Theater am Marientor kostet Stadt Duisburg weiter viel Geld

Oliver Schmeer
Uwe Gerste, Geschäftsführer von Duisburg-Marketing. Foto: Stephan Eickershoff/WAZ FotoPool
Uwe Gerste, Geschäftsführer von Duisburg-Marketing. Foto: Stephan Eickershoff/WAZ FotoPool

Duisburg. So schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: Die Duisburger Marketinggesellschaft (DMG) wird im nächsten Jahr das Haus- und Veranstaltungsmanagement für die Mercatorhalle in eigener Regie übernehmen.

Das soll bis zu 140.000 Euro im Jahr an Ausgaben einsparen. Zugleich sind damit die fünf DMG-Mitarbeiter untergebracht und beschäftigt, die bisher noch dem Theater am Marientor zugeordnet sind. Das wird nämlich zum Jahresende dicht gemacht.

Die Pläne des DMG mögen das städtische Beteiligungsmanagement aufatmen lassen. Denn ohne die Übernahme der Mercatorhallen-Regie stünden die fünf DMG-Mitarbeiter ziemlich beschäftigungslos vor verschlossenen Türen und lägen der DMG und damit der Stadt als Zuschussgeber schuldlos auf der Tasche.

Vertrag wurde schon fristgerecht gekündigt

Mit Betriebsbeginn der Mercatorhalle 2007 hatte die DMG das Mercatorhallen-Management von der Glühbirnenwartung bis zum Veranstaltungs-Catering an die Hochtief Facility Management übergeben. Alle Leistungen zusammen gehen in den Millionenbereich. Zum Februar 2012 läuft der fünfjährige Vertrag aus. DMG-Chef Uwe Gerste bestätigte gegenüber der WAZ, dass der Vertrag fristgerecht schon gekündigt wurde.

Intern hatte die DMG zunächst als Sparauftrag geprüft, ob der Vertrag verlängert wird, ein anderer privater Partner gesucht wird oder ob möglicherweise die städtische Dienstleistungstochter Octeo die Bewirtschaftung der Halle übernimmt. Letztlich entschied sich die DMG, so heißt es in einer Mitteilungsvorlage für den heute tagenden Hauptausschuss, das Immobilienmanagement der Mercatorhalle jetzt selbst zu betreiben. Wie bei Hochtief werden neben dem Stammpersonal Fremdkräfte, etwa im Servicebereich bei Veranstaltungen, beschäftigt.

Während damit die Personalfrage geklärt ist, bleibt die Zukunft des Theaters am Marientor offen. Definitiv ist das ­Spielende zum Jahresende, der Vorgang fällt, die Theatertür wird geschlossen. Der städtische Immobiliendienst IMD stellt ihre Zahlungen wie vom Rat beschlossen ab 2012 ein. Nur aus dem Verkauf bis dahin ist bekanntlich nichts geworden, nachdem Musicalpläne und Veräußerung an einen Leipziger Investor wegen dessen Finanzierungsproblemen gescheitert waren. Das hatte im Sommer zu scharfer Kritik an der Gebag-Chefin Marianne Wolf-Kröger geführt, die zugleich das Schwesterunternehmen DBV führt, der das TaM gehört.

Rechnungsprüfer hatten schon angeregt das TaM abzureißen

Die DBV bleibt nun ohne IMD-Mietzahlungen auf den Stillstandskosten, den Zinsen und Steuerzahlungen für das TaM hängen, das städtische Rechnungsprüfungsamt hatte im Mai dadurch schon „erhebliche Liquiditätsprobleme“ ausgemacht und angeregt, auch darüber nachzudenken, das TaM abzureißen und das citynahe Grundstück zu verkaufen.

In dem „Lagebericht 2010“ der DBV-Chefs Wolf-Kröger und Dietmar Cremer, der am Montag ebenfalls dem Hauptausschuss zur Abstimmung des Jahresabschlusses der DBV vorliegt werden „negative Auswirkungen“ aus dem schwebender Verkaufsverfahren nicht ausgeschlossen. Einen „deutliche erweiterten Spielraum“ würde man sich erhoffen, wenn man das TaM auflagenfrei verkaufen könnte. Laut Ratsbeschluss ist aber eine kulturelle Nachnutzung vorgeschrieben.