Theater am Marientor in Duisburg jetzt frei verkäuflich

Oliver Schmeer
Die Zukunft des Theaters am Marientor ist weiter ungewiss. Foto: Friedhelm Geinowski
Die Zukunft des Theaters am Marientor ist weiter ungewiss. Foto: Friedhelm Geinowski
Foto: WAZ FotoPool
Steigen die Chancen für den Verkauf des Theaters am Marientor? Die Stadt hob die Bedingung auf, das Gebäude auch in Zukunft für Kulturveranstaltungen nutzen zu müssen. Ein Verkauf wird laut Gebag-Chef Utz Brömmekamp trotzdem nicht einfach.

Duisburg. Das Theater am Marientor (TaM) kann jetzt auch ohne kulturelle Nutzungsbindung verkauft werden. Das beschloss der Rat am Montag und hob damit die bisher verkaufshemmende Bedingung auf.

Zum 31.12. schließen sich bekanntlich die Pforten des Musical-Hauses am Rande der City, nachdem die Stadt ab 2012 seine Mietzahlungen einstellt und damit über eine Million Euro sparen will. Zeitgleich stellt die Duisburg Marketing seine Vermarktung ein und zieht das Personal ab. Alle Versuche, das TaM zu verkaufen, sind bisher gescheitert.

Mit der Aufhebung der Kulturbindung erhofft sich die Stadt bessere Verkaufschancen für das Gebäude, das im Eigentum des Gebag-Unternehmens DBV geführt wird. Somit könnten Theater bzw. Grundstück auch für andere Nachnutzungen veräußert werden. Auch ein Abriss des TaM und eine gänzlich neue städtebauliche Lösung für das Areal wären damit möglich. Allerdings stehen auch noch zwei Mio Euro Darlehen in den DBV-Büchern, ein Abriss würde 700 000 Euro kosten.

Gebag-Chef will Gebäude erhalten

Gebag-Chef Utz Brömmekamp, zugleich neben Gebag-Justiziar Udo Steinke neuer Geschäftsführer der DBV, unterstreicht aber gegenüber der WAZ, dass er „einen Erhalt des Gebäudes und seine kulturelle Nutzung“ als Lösung präferiert: „Ich möchte das TaM als Kulturhaus erhalten.“ Zugleich ist aber eine wirtschaftliche Lösung unabdingbar. Die DBV darf nicht auf den Kosten sitzen bleiben. Die verursacht ein geschlossenes TaM in sechsstelliger Höhe.

Trotz der Auflösung der kulturellen Bindung glaubt Brömmekamp nicht, dass sich das TaM leicht verkaufen lassen würde. Daher hält die DBV auch gezielt nach möglichen Betreibern für das Bühnenhaus Ausschau, die das TaM rentierlich nutzen und der DBV Kosten erspart. Mit einem ihm bekannten interessierten Betreiber hat Brömmekamp schon eine Ortsbesichtigung absolviert.