Teure Treppe mit Tor versperrt

Die Treppe auf die Mercatorinsel in Duisburg-Ruhrort ist für Bürger wie Helmut Schenzer gesperrt. Foto:Eickershoff/WAZFotoPool
Die Treppe auf die Mercatorinsel in Duisburg-Ruhrort ist für Bürger wie Helmut Schenzer gesperrt. Foto:Eickershoff/WAZFotoPool
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Duisburg.. Anlässlich des Kulturhauptstadtjahres 2010 hatten der damalige Oberbürgermeister Adolf Sauerland und Fritz Pleitgen die Treppe an der Friedrich-Ebert-Brücke (zwischen Homberg und Ruhrort) feierlich eingeweiht. Über sie sollte man bequem die Mercatorinsel erreichen zur spektakulären Aufführung von „La Fura dels Baus“. Haniel hatte das Theater bezahlt und die Treppe auch. Letztere ist seither jedoch durch ein schweres Tor versperrt. Was WAZ-Leser Helmut Schenzer verärgert.

„Bis zur Eröffnung der Grünanlage auf der Mercator-insel bleibt die Treppenanlage geschlossen“, heißt es auf einem Hinweisschild. Auf der Mercatorinsel tut sich jedoch nichts. Arbeiten zur Errichtung einer Grünanlage sind weit und breit nicht zu erspähen. Aus diesem Anlass hat ein Schmierfink gar mit roter Farbe seine ganz persönliche Meinung zum nicht vorhandenen Arbeitsprozess vermerkt: Für „2036 n. Chr.“ rechnet der Unbekannte mit der Fertigstellung.

So lange möchte Helmut Schenzer nicht warten. Der WAZ-Leser ist über die Situation an der Friedrich-Ebert-Brücke verwundert und enttäuscht. „Jedes Mal kommen wir mit unserer Walkinggruppe hier vorbei und immer fragen die Leute mich, warum der Zugang versperrt ist“, berichtet der Homberger. Antworten hat er bislang nicht gefunden.

"Eine tolle Route für Fußgänger und Fahrradfahrer"

Das Kuriose: Von der Mercatorinsel aus kommend kann man das 500.000 Euro teure Geschenk des Haniel-Konzerns an die Stadt Duisburg begehen. Oben angelangt, steht man dann aber wieder vor dem verschlossenen Tor. „Das ist doch blanker Hohn“, ist Schenzer fassungslos. „Dabei wäre der Übergang eine schöne Aufwertung für den Hafenstadtteil und eine tolle Route für Fußgänger und Fahrradfahrer, für die extra eine Schiene neben den Stufen eingelassen wurde“, bedauert er weiter.

Brücken„Verkehrssicherungspflicht“, heißt es bei der Stadt als Erklärung für die Treppensperrung. Nicht auszudenken, wenn jemand von der Treppe auf die Mercatorinsel geht, die offiziell noch als Industriebrache gilt, und dort ausrutscht oder gar ins Wasser fällt. Die Wege, die es bereits auf der Insel gebe, seien keine öffentlichen Straßen, auch wenn sie durchaus zugänglich sind.

Die Treppe werde umgehend geöffnet, erläuterte Ralf Panning, Technischer Referent bei Stadtdirektor Peter Greulich, wenn aus der einstigen Speditionsinsel, jahrzehntelang wegen der markanten Erz-Kräne ein stets beliebtes Fotomotiv für Ruhrort-Besucher, einmal der geplante Mercatorpark geworden ist.

"Wir warten auf die Bewilligung"

Viel Grün und viel Platz für Kulturveranstaltungen zeichnen den Entwurf Berliner Planer aus, die den Wettbewerb zur Gestaltung der Spitze der Halbinsel vor mehr als zwei Jahren gewonnen haben. Das Terrain wird regelmäßig vom Hochwasser des Rheins überflutet, was eine zurückhaltende Gestaltung des Parks erfordert.

Aber bei aller Zurückhaltung: Geld kostet es dennoch, den Park anzulegen. Auf zehn Millionen Euro werde sich das Projekt belaufen, so Panning, der städtische Anteil liege bei zehn Prozent, für den Rest gebe es Fördermittel. Den Anteil der klammen Kommune werde die Hafengesellschaft Duisport übernehmen.

Die fehlenden neun Millionen Euro seien bereits vor neun Monaten beim Land NRW beantragt worden. Panning: „Wir warten auf die Bewilligung.“ Der Baustart für den neuen Park inklusive Anschluss der Treppe ans öffentliche Wegenetz sei eigentlich schon für den 1. April geplant gewesen. Ob aber vor der jetzt vorgezogenen Neuwahl des Landtages überhaupt Geld aus Düsseldorf fließt, bleibt wohl abzuwarten.

 
 

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