„Tausche Bildung für Wohnen“ startet in Duisburg

Das Projekt „Tausche Bildung für Wohnen“ haben Christine Bleks und Mustafa Tazeoglu bereits in ganz Deutschland vorgestellt, nun wird es in Marxloh realisiert.
Das Projekt „Tausche Bildung für Wohnen“ haben Christine Bleks und Mustafa Tazeoglu bereits in ganz Deutschland vorgestellt, nun wird es in Marxloh realisiert.
Foto: WAZ Fotopool
Nach zahlreichen Auszeichnungen wird das Projekt von Christine Bleks und Mustafa Tazeoglu, das junge Menschen nach Marxloh bringen soll, nun umgesetzt. Kinder im Stadtteil werden gefördert von Paten, die mietfrei im Stadtteil wohnen.

Duisburg.. Der Wohnungsleerstand in Marxloh geht zurück. Zwar sind es nur zwei Einheiten, die verkauft wurden, doch damit verlässt das Projekt „Bildung für Wohnen“ die theoretische Phase und beginnt mit der praktischen Arbeit.

Christine Bleks und Mustafa Tazeoglu haben ein Konzept entwickelt, in dem Studierenden, Auszubildenden oder Bundesfreiwilligendienstlern kostenloser Wohnraum in Marxloh zur Verfügung gestellt wird. Im Gegenzug fördern diese dann benachteiligte Kinder im Stadtteil, bieten Hausaufgabenbetreuung oder Freizeitaktivitäten an. „Wir haben noch kein Kind gesehen, wir haben noch keinen Paten“, mussten die beiden Initiatoren bisher noch einräumen. Dennoch haben die beiden für die Idee schon zahlreiche Preise zusammentragen können – darunter auch jüngst den Titel des Bundessiegers in der Kategorie Bildung beim Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“.

Bei der Verleihung des Preises gestern in der Aula des Elly-Heuss-Knapp-Gymnasiums eröffneten Bleks und Tazeoglu, dass sie das Projekt nun auch umsetzen können. Eine Spende der Strathmann Stiftung aus Bayern ermöglichte den Kauf zweier Wohnungen an der Marxloher Schwarzkopffstraße. Nun werden sie saniert und renoviert, im Sommer soll die prämierte Idee Realität werden, junge Menschen einziehen und die Arbeit im Stadtteil aufnehmen. „,Tausche Bildung für Wohnen’ kann losgehen“, erklärte Christine Bleks. Nun hätten die beiden endlich etwas in der Hand, könnten in die Wohnungen gehen. „Bisher haben wir nur geredet, aber vom Reden ist keinem geholfen.“

Erster Kandidat ist gefunden

Dass mit dem Projekt den Menschen im Stadtteil tatsächlich geholfen werden kann, davon ist auch Oberbürgermeister Sören Link überzeugt. „Bildung ist der Schlüssel für die Zukunft“, sagte er im Rahmen der Preisverleihung. Nicht nur der Schlüssel für die Zukunft der einzelnen Jugendlichen, „sondern für die der ganzen Stadt“.

Auch ein erster Kandidat, der in Marxloh soziales Engagement gegen eine Wohnung tauschen möchte, ist gefunden. Student Sebastian Becker könnte bald einen Schlüssel in der Hand halten und mit Ausflügen und kreativen Angeboten Kindern die Tür in eine andere Welt öffnen. Auch andere Partner für die Umsetzung des Projekts sind inzwischen gefunden, „Tausche Bildung für Wohnen“ werden Räume in Kirchengemeinden, der Moschee und dem Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium zur Verfügung stehen.

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