Tatendrang und Zuversicht

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Zuversicht und Tatendrang strömen aus jeder Pore von Dr. Elke Bartels. „Ich bin hoch motiviert und freue mich, eine engagierte Mannschaft übernehmen zu dürfen“, sagte Duisburgs neue Polizeipräsidentin bei ihrer Vorstellung.

Dies geschah in Anwesenheit von reichlich Politik- und Polizei-Prominenz im Abteizentrum Hamborn. Der aus Duisburg stammende NRW-Innenminister Ralf Jäger zählte zu den Laudatoren und natürlich auch zu den ersten Gratulanten.

Die 55-jährige Elke Bartels lebt mit ihrem Mann und einem Sohn in Düsseldorf, nur wenige hundert Meter von der Stadtgrenze zum Duisburger Süden entfernt. Dort gehe sie regelmäßig einkaufen oder zum Friseur, und mit dem Rad umrunde sie gern die Sechs-Seen-Platte, antwortete die Polizeipräsidentin auf die Frage, was sie denn von Duisburg bereits kenne. Zudem bezeichnet sie sich selbst als Kind des Reviers: Bartels ist in Dortmund geboren, hat in Bochum studiert und ist nach einem beruflichen Werdegang, der stets von großer Lust auf Veränderung und neuen Herausforderungen geprägt war, beruflich am westlichen Rand des Ruhrgebiets gelandet.

„Das ist meine ganz persönliche Tour de Ruhr“, sagte sie. Am wichtigsten seien ihr aber die Menschen. Die in ihrer Behörde. Und die des alltäglichen Lebens in Duisburg. „Die Leute hier sind offen, manchmal etwas rau, aber immer herzlich. Genau das mag ich.“

In ihrer Rede erinnerte Bartels an die schwierigen Zeiten, die hinter der Duisburger Polizei liegen. Als Stichworte nannte sie die Mafia-Morde, diverse Großdemonstrationen, der Kampf der Rockerbanden und die Loveparade. „All’ das hat bei vielen Kollegen Spuren hinterlassen – in Form von zu vielen Überstunden und im Falle der Loveparade sogar in Form von Traumatisierungen.“ Die Umstände dieser Katastrophe bedürften einer lückenlosen Aufklärung. „Und ich sichere volle Transparenz zu, wenn das Handeln unserer Behörde hinterfragt wird. Das sind wir allein den Opfern und ihren Angehörigen schuldig.“

Doch nun gelte es, nach vorne zu schauen, so Bartels. „Wir dürfen uns nicht lähmen lassen, sondern müssen zukunftsorientiert arbeiten.“ Darunter versteht sie vor allem, so viel Bürgernähe wie möglich herzustellen. Wichtig sei ihr aber auch das „Wir-Gefühl“, das von der gesamten Belegschaft gelebt werden müsse – egal, ob die Kollegen zur Schutz- oder Kriminalpolizei gehören. „Nur als Einheit können wir erfolgreich arbeiten.“

NRW-Innenminister Jäger sagte in Richtung Bartels: „Sie übernehmen eine gut geführte Behörde, das jedoch in einer schwierigen Zeit.“ Jäger verwies auf die Altersstruktur innerhalb der Polizei-Belegschaft. Zahlreiche ältere Kollegen würden demnächst in den Ruhestand wechseln. Und die auf das Maximum aufgestockte Zahl von 1400 jährlichen Nachrückern reiche nicht aus, um die entstehenden Lücken zu füllen. Auch die zunehmende Gewalt gegen Polizeibeamte und der mangelnde Respekt vor der Uniform seien größer werdende Probleme, so Jäger.

Stadtdirektor Peter Greulich, Polizei-Personalrat Weert Albers und Walter Becks als stellvertretender Vorsitzender des Polizeibeirates hießen die neue Amtsinhaberin ebenfalls offiziell willkommen.

 
 

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