Talentscouts bahnen guten Schülern den Weg zum Studium

Evelyn Ziegler, Prorektorin der Universität Duisburg-Essen, und Karl-Theodor Hußmann, Leiter der Gottfried-Wilhelm-Leibniz Gesamtschule in Hamborn (Mitte) unterzeichneten den Kooperationsvertrag mit den Talent-Scouts.
Evelyn Ziegler, Prorektorin der Universität Duisburg-Essen, und Karl-Theodor Hußmann, Leiter der Gottfried-Wilhelm-Leibniz Gesamtschule in Hamborn (Mitte) unterzeichneten den Kooperationsvertrag mit den Talent-Scouts.
Foto: Stephan Eickershoff
Berater der Universität Duisburg-Essen unterstützen gute Schüler bei der Studienwahl und in der Eingangsphase in der Hochschule.

Duisburg.. Bei der Werbung um die klügsten jungen Köpfe setzt die Universität Duisburg-Essen (UDE) auf die Schulen vor der eigenen Haustür. Dabei gilt es dem besonderen Augenmerk sogenannten „Bildungsaufsteigern“ – jenen Jugendlichen, die als erste ihrer Familien Abitur machen und studieren. Sie werden über die Reifeprüfung hinaus von Talent-Scouts der Uni beraten und begleitet.

Keine akademischen Vorbilder

Am Mittwoch hat mit der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesamtschule die erste Duisburger Schule mit der UDE einen Kooperationsvertrag geschlossen. „Die Förderung von Bildungsgerechtigkeit ist Teil unseres universitären Selbstverständnisses“, sagte Prof. Dr. Evelyn Ziegler. Die Prorektorin für Diversity Management unterzeichnete mit Schulleiter Karl-Theodor Hußmann den Vertrag. Ziegler erinnerte daran, dass rund 56 Prozent der nunmehr über 42 000 Studenten der UDE keine akademischen Vorbilder in ihren Familien haben, ein knappes Drittel der Studierenden hat eine Migrationsgeschichte.

„Die Talent-Scouts sollen die Jugendlichen befähigen, ihre Potenziale voll auszuschöpfen und die Jugendlichen auch in der Studieneingangsphase begleiten“, formuliert Ziegel den Anspruch an die Scouts. Eine Erkenntnis aus den Spitzenwert unter den bundesdeutschen Hochschulen: Wo Erfahrung und Unterstützung in der Familie fehlt, ist Beratung auch zur Umschiffung der Klippen im Studium wichtig. Langfristig sollen die Scouts auch einen Beitrag leisten zur Senkung der Abbrecherquote bei den Studierenden.

„Er gehört nicht zur Lehrer-Brigade“, sagt Ariane Sondern, Koordinatorin für Studien- und Berufsorientierung der Schule, über den Scouts Jacek Czarnota. Sein zweiter Vorteil: Er kam selbst als Jugendlicher aus Polen, ist damit nicht nur Ratgeber, sondern auch Vorbild. Mit 15 von ihnen arbeitet Czarnota seit dem Frühjahr an der Leibniz-Gesamtschule zusammen.

Der Scout zeigt Möglichkeiten auf, formuliert gemeinsam mit den Jugendlichen Ziele. „Er hat mir den Anstoß gegeben, dass zu verfolgen“, lobt Erduan, der 17-Jährige möchte Sportwissenschaften und Management studieren. Den „Check up“, den Czarnota zu Beginn mit allen macht, fand Sidney „sehr aufschlussreich“. Katharina und Isabel fühlen sich bestärkt, mit seiner Unterstützung nun ihren großen Traum zu verfolgen: „Wir wollen Medizin studieren.“ Und der Tipp von Prorektorin Evelyn Ziegler gilt nicht nur für Anas, den jungen Syrer, der nach anderthalb Jahren in Deutschland zum Abitur strebt: „Im Schüler-Vorlesungsverzeichnis stehen Lehrveranstaltungen, an denen sie schon jetzt teilnehmen können.“

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