Talentschmiede der IG Metall

Tim Wißen, erst Vorsitzender der Jugend- und Auszubildendenvertretung bei HKM, jetzt hauptamtlich IG Metaller.
Tim Wißen, erst Vorsitzender der Jugend- und Auszubildendenvertretung bei HKM, jetzt hauptamtlich IG Metaller.
Foto: WAZFotoPool

Duisburg.. Jung, gut ausgebildet, vielfältig engagiert: Leute wie Tim Wißen sind begehrt. Der junge Gewerkschafter, seit Jahren bereits aktiv in der Arbeitnehmervertretung von HKM, wurde jetzt abgeworben – ausgerechnet von der eigenen Gewerkschaft.

Für die IG Metall ist er künftig hauptamtlich tätig in Bochum und Herne, zuständig von Stahlindustrie bis Handwerk für Jugendvertretungen und Ausbildungsbetriebe.

Er sei immer schon, sagt der bei der Huckinger Hütte ausgebildete Mechatroniker, „im IG Metall-Bereich viel unterwegs“ gewesen. Acht Jahre lang war bei den Hüttenwerken Krupp-Mannesmann in diversen Gremien, zuletzt Vorsitzender der Jugend- und Auszubildenden-Vertretung, daneben aber auch in Ausschüssen und Kommissionen der IG Metall tätig, stand kurz vorm Aufrücken in den Betriebsrat. „Irgendwie spricht sich das rum“, erklärt er das Werben der Gewerkschaft. Der Wechsel von HKM zu IGM sei aber eine „schwere Entscheidung“ gewesen. Aus Huckingen wegziehen will er auf keinen Fall, sagt „Ruhrpottkind“ Wißen.

Wichtig für die Durchsetzungskraft

Dass Duisburger Stahlwerker in der Gewerkschaft oder durch die Gewerkschaft Karriere machen, ist indes nicht so selten. Klaus Löllgen etwa war kämpferischer Betriebsrat bei Krupp, nach dem Aus in Rheinhausen auch bei HKM und wechselte dann zur IG Metall-Bezirksleitung in Düsseldorf. Dort ist er unter anderem zuständig für die Kasse und damit enorm wichtig für die Durchsetzungsfähigkeit der Gewerkschaft.

Auch Markus Bistram, pfiffiger Betriebsratschef bei Thyssen, später Mittal in Ruhrort, wurde anschließend Sekretär beim Vorstand der IG Metall und ist jetzt als Arbeitsdirektor Vorstandsmitglied bei Thyssen-Krupp Materials.

Duisburger sind prominent vertreten

Auch unter den Arbeitsdirektoren der großen Stahlunternehmen (die nicht gegen die Arbeitnehmer im Aufsichtsrat gekürt werden dürfen), sind die Duisburger IG Metaller prominent vertreten. Dieter Kroll (Thyssen-Krupp Steel) war vorher Betriebsratsvorsitzender der Stahlsparte, sein Nachfolger Thomas Schlenz Arbeitnehmervertreter beim Stahlwerksdienstleister DSU, dann Konzernbetriebsratschef bei Thyssen-Krupp. Auch Konzern-Arbeitsdirektor Ralph Labonte hat Duisburger Wurzel. Duisburger sind auch die Arbeitsdirektoren Peter Gasse (HKM) und Harald Schartau (Georgsmarienhütte).

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