Duisburg

Syrisches Essen und Jobs für Flüchtlinge - dieser Arzt hat ein Restaurant in Duisburg eröffnet

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  • Syrischer Herzchirurg eröffnet Restaurant in Duisburg
  • Er gibt damit Flüchtlingen die Chance, einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen
  • Im Video oben kannst du dir einen Eindruck vom „Lamées“ machen

Duisburg. Im Krankenhaus hat Mahmoud Naheel aus Oberhausen (33) einen Fulltime-Job. Als Herzchirurg ist 24-Stunden-Bereitschaftsdienst für ihn kein Fremdwort.

Nach Feierabend wird der OP gegen den Grill getauscht

Umso ungewöhnlicher, dass Naheel den OP-Saal nach Feierabend gegen einen Grill eintauscht. Denn aus dem Herzchirurgen ist vor kurzem auch noch ein Restaurantbesitzer geworden.

„Obwohl ich in meinem Traumberuf arbeite, war es immer mein Ziel, irgendwann ein eigenes Restaurant zu eröffnen“, sagt der 33-Jährige.

Das „Lamées“ war ein Lebenstraum

Und das hat er geschafft. Anfang Januar hat er in der Duisburger Altstadt das „Lamées“ eröffnet. Ein Restaurant, in dem syrische Spezialitäten auf dem Teller landen.

Damit hat sich Naheel nicht nur einen Lebenstraum erfüllt. Er bringt auch ein Stück seiner Heimat in den Ruhrpott und gibt seinen Landsleuten, die neu ins Land kommen, die Möglichkeit, zu arbeiten.

Jobs für syrische Flüchtlinge

„Ich möchte ihnen eine Perspektive geben und ihnen dabei helfen, sich in Deutschland zu integrieren. Sie sollen ihre Zeit sinnvoll nutzen - die Kultur hier kennenlernen und die Möglichkeit haben, Deutsch zu sprechen“, erklärt Naheel seine Beweggründe.

„Die meisten haben in Syrien schon in der Gastronomie gearbeitet. Daher ist ihnen die Arbeit nicht fremd.“ Er fügt hinzu: „Ich glaube auch, dass das Lamées für die Flüchtlinge ein guter Ort ist, um etwas wiederzufinden, das sie zu Hause in Syrien verloren haben.“

Im „Lamées“ packt Mahmoud Naheel nach Feierabend oft selbst mit an. Er steht dann vorm Holzkohlegrill, sitzt an der Kasse oder bedient die Gäste. Und die bekommen dann authentisch syrisches Essen: „Besonders bekannt sind die vielen Gerichte vom Holzkohlegrill, die original syrischen Falafel und die Pasten, die wir jeden Tag frisch zubereiten.“

Mahmoud Naheel wuchs in Bayern auf

Mahmoud Naheels Familie stammt aus Aleppo. Er selbst ist in Bayern geboren und auch dort aufgewachsen. „Ich habe Medizin in Damaskus studiert und war bis zum Krieg mehrmals im Jahr in Syrien. Das letzte Mal 2010“, sagt der 33-Jährige.

Die derzeitige Lage macht es ihm unmöglich, die Heimat seiner Familie zu besuchen. Wohl auch deshalb steckt er so viel Herzblut ins „Lamées“ - ein Ort, an dem er ein Stück Heimat bewahrt hat.

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