„Syntopia“ in Duisburg-Hochfeld ist ein Raum für alternative Kultur

Zahlreiche Unterstützer und Nachbarn kamen schon am ersten „Syntopia“-Tag vorbei.
Zahlreiche Unterstützer und Nachbarn kamen schon am ersten „Syntopia“-Tag vorbei.
Foto: WAZ-Fotopool
Lange hat der Verein „Mustermensch“ nach einem Standort für ein unabhängiges soziokulturelles Zentrum gesucht. An der Gerokstraße haben die Mitglieder ein Domizil gefunden. „Syntopia“ heißt der Stadtteil- und Projektladen, der Raum bieten soll für Filmabende, Diskussionen und Hausaufgabenhilfe.

Duisburg. Lange haben die „Mustermenschen“ vom gleichnamigen Verein nach einem neuen Domizil für ein unabhängiges soziokulturelles Zentrum gesucht. Nachdem das „T5“ am Marientor wegen Baufälligkeit dicht gemacht wurde, gingen die engagierten (Sub-)Kulturmacher gar ins Exil, trafen sich teilweise in Ruhrort. Gespräche mit der Stadt für einen Standort gab es zwar, doch scheiterten sie immer wieder, weil angebotene ausrangierte Schulen viel zu weit außerhalb lagen. In Hochfeld an der Gerokstraße sind der Verein „Mustermensch“ und die Kampagnengruppe „DU it yourself“ nun fündig geworden und haben einen Stadtteil- und Projektladen eröffnet. Zur Einweihung kamen zahlreiche Unterstützer und Nachbarn.

„Syntopia kommt aus dem Griechischen. ,Syn’ steht für ,Zusammen’ und ,topia’ bezeichnet einen Ort. Wir wollen hier einen Ort schaffen, in dem wir zusammen etwas Neues machen“, erklärt Mitstreiterin Valentina Nordo den Namen. Finanziert wird der Laden über Mitgliedsbeiträge und eine Spendenkampagne, die aktuell läuft. Mit dem Geld sollen beispielsweise auch Veranstaltungen finanziert werden. „Der Laden soll Raum bieten für Diskussionen, Filmabende, Vorträge“, zählt Henning Schumann auf. Hochfeld sei ideal, weil zentral in der Stadt gelegen – außerdem wohnen viele Vereinsmitglieder im Stadtteil. „Wir wollen auch etwas für Hochfeld tun“, betont Henning Schumann. Demnächst soll es Hausaufgaben-Hilfe für Nachbarskinder geben. Die haben am Eröffnungswochenende schon die Spiele für sich entdeckt. „Dass so etwas gefehlt hat, sieht man ja daran, wie voll es hier ist“, findet Patrick Dollas. Er lobt das Engagement, das sich in der Vergangenheit auch in zahlreichen Nachttanz-Demos geäußert hat.

Bis Ende des Monats haben sich die „Syntopia“-Macher noch einiges vorgenommen. So startet am Dienstag, 19. August, eine Fahrradwerkstatt. In einer Art „Hilfe zur Selbsthilfe“ kann jeder an seinem Drahtesel schrauben.

Miteinander ins Gespräch kommen

Am 21. August wird der Film „We don’t like Samba“ gezeigt. Der Streifen thematisiert die sozialen Proteste im Vorfeld der Weltmeisterschaft in Brasilien und erklärt, wie die WM das Land verändert hat. Am 30. August beteiligen sich die „Syntopia“-Unterstützer am Fest der Eigenstraße und eröffnen zudem eine „Give“-Box. Jeder kann hier Dinge, die er nicht mehr braucht, hineinlegen – und andere, für die die Gegenstände von Nutzen sind, können sie sich herausnehmen. „Zwischendurch gibt es immer wieder offene Plenumssitzungen oder den Syntopia-Tresen, wo wir miteinander ins Gespräch kommen und Veranstaltungen planen“, blickt Schumann voraus.

 
 

EURE FAVORITEN