Zahme Füchsin "Foxy" war zu Besuch in Duisburger Kita

Gabriele Beautemps
Rolf Niggemeyer mit Foxy, seiner zahmen Rotfuchs-Dame.Fotos:Stephan Eickershoff
Rolf Niggemeyer mit Foxy, seiner zahmen Rotfuchs-Dame.Fotos:Stephan Eickershoff
Foto: FUNKE Foto Services
Füchsin Foxy war zu Besuch in der Kita am Kalkweg. Ihr Besitzer Rolf Niggemeyer will das schlechte Image des Fuchses verbessern.

Wedau. Das gibt’s auch nicht alle Tage: Die Kinder der städtischen Kita am Kalkweg bekamen am Montag Besuch vom Fuchs. Sie durften ihn sogar streicheln, was sich zunächst einmal nur die Mutigsten trauten. Doch als die anderen Kids merkten, wie sehr Foxy die Streicheleinheiten genoss, begannen auch sie, die zahme Füchsin zu kraulen und über ihr samtweiches Fell zu streichen.

Dietmar Grond, der als ehrenamtlicher Naturtrainer des Naturschutzbundes in der Kita arbeitet, hatte den Kontakt zu Foxy vermittelt. Denn die Füchsin ist, so kann man sagen, bekannt wie ein bunter Hund. Sie hat Rolf Niggemeyer, ih­ren Ziehvater, schon in über 200 Kitas und Altenheime begleitet.

Die beiden sind ein Herz und eine Seele. Der Tierfotograf aus Haan pflegte Foxy gesund. Sie ist als junger Welpe von einem Auto angefahren worden. Ihre Mutter starb bei diesem Unfall, das Jungtier wurde an Vorderläufen und Schulter schwer verletzt. Niggemeyer: „Zoos oder Wildparks wollten das verletzte Tier aus Kostengründen nicht aufnehmen. Und auswildern konnte man Foxy aufgrund der langen Behandlung nicht mehr.“

Foxy sollte erschossen werden

Foxy sollte erschossen werden, das wollte Niggemeyer um jeden Preis verhindern. Er nahm Kontakt zu Tierärzten und zur Unteren Landschaftsbehörde auf, beantragte eine Genehmigung zur Haltung eines Wildtieres, organisierte und bezahlte die Operation und die nachfolgende Behandlung.

Anfangs schlief „Papa“ Niggemeyer vor Foxys Box. Immer mit einer Hand vor ihrer Schnauze, damit sie sich an die neue Bezugspersonen gewöhnt. Mittlerweile darf Foxy, inzwischen drei Jahre alt, sogar im Ehebett schlummern.

Am besten gefällt es Foxy zuhause in ihrer Höhle. Füchse sind scheue Tiere. Die Fähe, so der Fachausdruck für eine Füchsin, ist zwar von Geburt ein Wildtier, aber mittlerweile an Menschen gewöhnt. „Sie hat noch nie jemanden gebissen“, versichert Niggemeyer. Er ist überzeugt, dass das zahme Tier dies auch in Zukunft nicht tun wird. Kinder liebe Foxy ohnehin: „Sie spürt, dass von Kindern keine Gefahr ausgeht. Deswegen ist sie auch zutraulich“.

"Füchse sind nützliche Tiere"

Warum zieht er mit seiner Füchsin durch die Kitas? Finanzielle Aspekte können es nicht sein. Er bekommt lediglich ei­ne geringe Aufwandsentschädigung. „Ich bin überzeugt davon, dass den Füchsen Unrecht getan wird“, sagt der Tierfreund. Er will ihr schlechtes Image, wie es auch im Volkslied „Fuchs, Du hast die Gans gestohlen“ zum Ausdruck kommt, verbessern. „Füchse sind nützliche Tiere. Sie fressen Aas, Mäuse und Ratten und gehen üblicherweise auf Distanz zu Menschen“, erklärt der Fuchs-Kenner. Und da die Tollwut seit Jahren ausgerottet sei, könne ein Fuchs sie auch nicht übertragen.

Wenn Rolf Niggemeyer mit seinem Fuchs an der Leine spazieren geht, erntet er in der Regel neugierige und durchaus wohlwollende Blicke. Im Wartezimmer beim Tierarzt sitzt Foxy brav neben Kanarienvögeln und Katzen.

In der Hundeschule war Fuchs Foxy übrigens auch. „Sie hatte anfangs Angst vor Hunden, selbst vor Zwergpinschern. Ich wollte, dass sie die Verhaltensweise von Hunden kennenlernt“, so Niggemeyer. Ei­nen Hund konnte er nicht aus seinem Fuchs machen. Das hat der Hundetrainer anfangs versucht, dann aber aufgegeben. Denn: „Füchse sind einfach zu schlau, jedem Befehl zu folgen“.