Wildes Campen wird weiter geduldet

Seit mehreren Jahren ist das wilde Campen an der Sechs-Seen-Platte ein Problem.
Seit mehreren Jahren ist das wilde Campen an der Sechs-Seen-Platte ein Problem.
Foto: WAZ FotoPool/ Ralf Rottmann
Bezirksvertreter diskutierten kontrovers über den Antrag der CDU dagegen und lehnten mehrheitlich ab. Aber es gibt Beschwerden über Lärm und Unrat

Wedau..  Kontrovers hat die Bezirksvertretung Süd jetzt über den CDU-Antrag diskutiert, die Stadtverwaltung möge gegen das wilde Campen auf dem Parkplatz am Kalkweg an der Sechs-Seen-Platte vorgehen. Der Antrag fand am Ende keine Mehrheit.

Die CDU hatte ihren Vorstoß damit begründet, der vordere Bereich des Parkplatzes werde zunehmend als Dauer-Campingplatz benutzt. Es gebe Beschwerden über negative Begleiterscheinungen wie Unrat, Lärm oder Fäkalien. Deshalb müsse ein­geschritten werden, um die Parkplätze für die übrigen Besucher des Naherholungsgebiets zu sichern.

Seit Jahren ein Problem

„Das ist seit mehreren Jahren ein Problem“, erklärte Manfred Helten (CDU). „Wir haben da eine Fürsorgepflicht.“ Wenn die Camper gut gebechert hätten und nicht mehr Herr ihrer Sinne seien, komme es eben zu den beschriebenen Begleiterscheinungen. Kinder träten dann am nächsten Tag in die Fäkalien.

„Ich kann den Antrag nur unterstützen“, erklärte Hannelore Bange (parteilos). „Es ist immer wieder ein Thema.“ An heißen Tagen nähmen die Camper den Freibadbesuchern diese Parkplätze weg.

Ordnungsamt sieht keinen Handlungsbedarf

Hartmut Ploum (SPD) widersprach. „Ein einziger Bürger hat sich beschwert.“ Da solle man die Kirche im Dorf lassen. Das Ordnungsamt sehe keinen Handlungsbedarf. „Die Camper stören niemanden. Auch fallen nicht viele Parkplätze weg.“ Sogar der Bürgerverein habe nichts zu beanstanden. „Wen etwas stört, der soll das Ordnungsamt benachrichtigen“, so Ploum. „Da ist nichts dran“, befand auch Beate Lieske (SPD). Und: „Wer ins Freibad will, parkt dort nicht.“ Man solle nicht alles gleich reglementieren.

Das wunderte wiederum Ratsherr Peter Ibe (CDU), wo die SPD ansonsten doch gerne Regeln aufstelle. Bezirksbürgermeister Volker Haasper (SPD) sah rechtliche Probleme. „Nicht jedes Picknicken ist ein Campen“, erklärte er. Und was den Alkohol angehe, müsse man dann gleich das ganze Gebiet zur alkoholfreien Zone erklären.

Prüfantrag an die Verwaltung

Manfred Helten sah den CDU-Antrag damit aber ins Lächerliche gezogen. Bezirksamtsleiter Friedhelm Klein regte an, die CDU solle einen Prüfauftrag an die Verwaltung daraus machen. Norbert Broda (SPD) gab zu bedenken, am Toep­persee in Rheinhausen seien spezielle Parkplätze für Wohnmobile ausgewiesen.

Am Ende stimmte aber nur Hannelore Bange mit der CDU. Der Antrag wurde mit deutlicher Mehrheit abgelehnt.

 
 

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