Wie Duisburg und Ratingen wieder per Bahn verbunden werden können

Die Erschließung des Gebiets befördert die Überlegungen, die Ratinger Weststrecke zu reaktivieren.
Die Erschließung des Gebiets befördert die Überlegungen, die Ratinger Weststrecke zu reaktivieren.
Foto: Stephan Eickershoff / FUNKE Foto Services
Überlegungen für die Schienenerschließung des Bahnareals zwischen Wedau und Bissingheim laufen. Eine zentrale Rolle spielt die Ratinger Weststrecke.

Duisburg. Einblicke in die weitere Planung für das ehemalige Bahnareal liefern Antworten der Verwaltung auf eine Anfrage der Grünen zum Thema. Eine zentrale Rolle in den Überlegungen spielt dabei die sogenannte Ratinger Weststrecke.

Zuganbindung: Haltepunkt im Sportpark

Größtes Thema hier: eine mögliche Reaktivierung der Ratinger Weststrecke. Die Strecke zwischen den Hauptbahnhöfen Duisburg und Düsseldorf – über Ratingen-Lintorf, -Tiefenbroich und -West – war für den Personenverkehr bis 1983 in Betrieb. Das Vorhaben, sie zu reaktivieren, so die Stadtverwaltung, wird „die Stadt Duisburg gemeinsam mit den Städten Ratingen und Düsseldorf sowie dem Kreis Mettmann in Kooperation mit dem VRR betreiben“. Dabei soll der Streckenverlauf Richtung Düsseldorf Hauptbahnhof ab Düsseldorf-Rath über die Gleise der Linie S6 erfolgen. Der Vorteil daran: So würde die wiederbelebte Ratinger Weststrecke den Staufenplatztunnel umfahren, so dass dieser nicht teuer umgebaut werden müsste. Ein zusätzlicher Haltepunkt ist nach derzeitigem Stand der Weststrecken-Planungen im Bereich Sportpark / Jugendherberge vorgesehen.

Die neue, alte Strecke könnte außerdem nötig werden, weil eine andere Zugverbindung unter Umständen ausläuft: Die Regionalbahn 37, die zwischen Duisburg Hauptbahnhof und Duisburg-Entenfang fährt, ist laut Verwaltung nur noch „bis Ende des Jahres 2017 gesichert“ – also gerade einmal noch anderthalb Jahre.

Keine Gefahr durch Lärmschutzwall

Bei der Bürgerinitiative Pro Bissingheim regen sich Befürchtungen, dass der geplante neue Lärmschutzwall Gefahren für das Grundwasser nach sich ziehen könnte. Konkret sorgen sie sich um das Gewicht des bis zu 15 Meter hohen Bauwerks: Dessen 600 000 Tonnen könnten in ihren Augen so stark nach unten lasten, dass sie den Grundwasserspiegel ansteigen lassen könnten. Außerdem befürchten die Anwohner, dass Schadstoffe das Grundwasser belasten könnten. Der Lärmschutzwall soll zum Teil aus dem belastetem Boden aufgeschichtet werden, der bei der Erschließung des Baugeländes anfällt. So werden auf der Südfläche des Areals durchschnittlich 1,5 Meter Oberboden abgetragen, die im Lärmschutzwall verbaut werden. Befürchtungen bezüglich einer Belastung durch diese beiden Aspekte widerspricht die Stadt: „Es ist nach derzeitigem Kenntnisstand nicht davon auszugehen, dass der Bau des Lärmschutzwalls Auswirkungen auf das Grundwasser haben wird.“

Bürger können Ideen einbringen

Für die öffentlichen Flächen wird ein landschaftsplanerischer Wettbewerb ausgeschrieben. Bevor sich die professionellen Landschaftsplaner ihre Köpfe über die Gestaltung des Areals zerbrechen, können die Bürger ihre kreativen Ideen dazu einbringen: Sie werden im Vorfeld des Wettbewerbs die Gelegenheit dazu bekommen, über die Gestaltung der öffentlichen Flächen mitzubestimmen.

 
 

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