Duisburg

Wie die einstige D-Bahn zur heutigen U79 ausgebaut wurde

Ihren Anfang nahm die Düsseldorf-Duisburger Kleinbahn 1899. Anfang der 1970er Jahre wurden die Gleise an der Sittardsberger Allee tiefergelegt.

Duisburg. Um das Jahr 1969 herum kreuzte die D-Bahn, der Vorläufer der heutigen Linie U 79, noch die Sittardsberger Allee auf gleicher Höhe. Dann begannen die großen Bauarbeiten zur Tieferlegung der Gleise und zum Neubau des Haltepunkts Sittardsberg. 1972 war das geschafft. Zum zweiten Mal in ihrer bis dahin 73-jährigen Geschichte war der Gleiskörper der Straßenbahnlinie verlegt worden. Bis heute ist es bei der vor über 40 Jahren festgelegten Streckenführung geblieben.

In ihren Anfangsjahren, ab 1899, verkehrte die Düsseldorf-Duisburger Kleinbahn (kurz: D-Bahn) auf Gleisen, die in die Landstraße zwischen Kaiserswerth und Duisburg, die heutige B 8, hinein verlegt waren. Der holperige Verlauf dieser Strecke und die kurzen, lediglich zweiachsigen Wagen brachten der Bahn den Spitznamen „Kurz-und-klein-Bahn“ ein, weil sich der Knochenapparat mancher Fahrgäste nach längerer Fahrt mit ihr entsprechend anfühlte. Dabei hatte die Linie vor dem Ersten Weltkrieg nach Angaben von Heimatforscher Harald Molder jährlich bis zu drei Millionen Fahrgäste.

Spitzengeschwindigkeit stieg von 40 auf 60 km/h

Nach dem Ersten Weltkrieg kamen Pläne auf, die Gleise auf eine selbstständige Trasse zu verlegen und zweigleisig auszubauen. Zwischen der heutigen Stadtgrenze zu Düsseldorf und der Neuenhofstraße wurde die Trasse vollständig von der B 8 getrennt, weiter nördlich dann über die Mitte der Düsseldorfer Straße geführt. Seit 1926 konnte so gefahren werden. Moderne vierachsige Fahrzeuge verbesserten den Fahrkomfort zusätzlich. Erst ab 1930, berichtet Molder, verdiente die Bahn aber den Namen „Schnellbahn“, denn da wurde die Spitzengeschwindigkeit von 40 auf 60 km/h angehoben.

Ab 1992 befahrbar

Mit dem Aufkommen des starken Pkw-Verkehrs in den 1960er Jahren wurden die zahlreichen Straßenkreuzungen mit der Bahn aber als großes Hindernis empfunden. Es entstand das große Projekt der Stadtbahn Rhein-Ruhr. Dafür wurde ab 1967 geplant, die Trasse von Huckingen bis Buchholz als Hochbahn auszuführen. 1969 begannen die Bauarbeiten dafür auf dem Abschnitt zwischen Neuem Friedhof und Sittardsberg, wo allerdings ein Verlauf in Tieflage gewählt wurde. 1974 war der 4,1 Kilometer lange Abschnitt – einschließlich des Geisterbahnhofs Angerbogen – fertig. 1975 wurde mit den ersten Bauarbeiten zur Verlegung des nördlichen Abschnitts in Stadtmitte unter die Erde begonnen. Befahrbar war diese Strecke dann ab 1992.

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