Wenn der Tornister einfach zu teuer ist

Buchholz. Die Schulausrüstung kommt Eltern teuer zu stehen, gerade für I-Dötze muss - Stichwort: Tornister - viel Geld aufgebracht werden.

Aber auch in höheren Klassen werden lange Materiallisten verteilt. Die „Ökumenische Schulmaterialkammer Süd“ hat finanzschwachen Familien auch in diesem Jahr wieder unter die Arme gegriffen. Sachspenden im Wert von rund 10 000 Euro standen zur Verfügung, sie wurden an insgesamt 301 Kinder und Ju­gendliche ausgegeben.

„Im letzten - unserem ersten - Jahr waren es 217 Kinder, diesmal sind es fast 100 mehr. Weil wir bekannter geworden sind, aber auch, weil es mehr finanzschwache Eltern gibt“, sagt Koordinator Horst Am­baum. Ein Großteil der Familien - darunter viele Alleinerziehende - sei von Wanheim, Hüttenheim, Großenbaum und Wanheimerort zum Haus St. Nikolaus (Sittardsberger Al­lee) gekommen. Besucher aus Rahm, Serm oder Wedau verzeichnete man nicht. Die meisten Eltern mussten sogar zwei bis vier Sprösslinge versorgen. Zwei Drittel der Kinder/Jugendlichen stammten aus Migrantenfamilien.

In Einzelgesprächen wurde die Berechtigung der Familien gecheckt (Voraussetzung: Arge- und/oder Wohngeld-Bezug) und der Bedarf an Schulmaterial abgeklärt. „Manche El­tern hatten schon einiges be­sorgt und brauchten nur noch ein paar Dinge, andere hatten drei Tage vor Schulbeginn noch gar nichts angeschafft“, berichtet Ute Horsten, eine der vier ehrenamtlichen Helferinnen in der Materialkammer.

„Es gibt Erstklässler, die erst einige Tage nach der offiziellen Einschulung zur Schule geschickt werden, weil sie keinen Tornister besitzen“, hatten die Helferinnen im letzten Jahr erfahren. Deshalb schrieb man diesmal im Vorfeld alle Kindergärten an und bat sie, finanzschwache Familien auf die Schulmaterialkammer aufmerksam zu machen.

„Wir haben 30 neue Schulranzen verteilt, dazu gab es ei­nen Tisch mit gebrauchten Tor­nistern“, so Helferin Christine Ufer. Auch 20 Schultüten wurden ausgegeben. „Für die Kinder war das wie Weihnachten, die haben gestrahlt.“ Und: „Die meisten Familien waren für die Hilfe sehr dankbar.“

Viele großzügige Menschen haben geholfen, die Schulmaterialkammer zu füllen. Spenden von Kitas, Gemeinden, Vereinen, Privatleuten oder auch der Sparkasse gingen ein. Träger der Kammer sind ne­ben dem Caritascentrum Süd die katholische Pfarrei St. Ju­das Thaddäus und die evangelischen Gemeinden Trinitatis und Wanheim. Die Schulmaterialkammer ist auch während des Schujahres geöffnet (ab 27.9.): jeweils am letzten Montag im Monat, 16 bis 17.30 Uhr (im Caritascentrum).

 
 

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