Weichen für die Bebauung gestellt

Auch über die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr wurde diskutiert.
Auch über die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr wurde diskutiert.
Foto: WAZ FotoPool
Bezirksvertreter beschließen Rahmenplanung für neuen Stadtteil zwischen Wedau und Bissingheim – und stellen Forderungen an die Planer des Projekts.

Süd.  Für die Rahmenplanung für die Entwicklung der ehemaligen Bahnanlagen zwischen Wedau und Bissingheim wurden am Dienstagabend die Weichen gestellt: In einer Sondersitzung verabschiedeten die Bezirksvertreter mehrheitlich die grundlegenden Pläne der Bahnflächen-Entwicklungs-Gesellschaft (BEG). Dafür stimmten SPD, CDU und Junges Duisburg; dagegen votierten Grüne, Linke und Hannelore Bange (parteilos). Trotz ihrer Zustimmung gaben die Politiker der BEG einige Änderungswünsche mit auf den Weg:

Eine zweite Brücke soll her

Knackpunkt in den Augen der Süd-Politiker ist die Lage der geplanten neuen Brücke für Fußgänger und Radfahrer. Einmütig kritisieren sie, dass diese nur 300 Meter entfernt von der Wedauer Brücke angelegt werden soll, statt das Bissingheimer Ortszentrum an die Mitte des neuen Stadtteils anzubinden. Forderungen nach einer entsprechenden zweiten Brücke wurden laut. Thomas Lennertz, Geschäftsführer der BEG, konterte mit Zahlen: „Unter drei Millionen Euro tut sich da überhaupt nichts“, beziffert er die Kosten einer zweiten Brücke. Seine Schlussfolgerung: „Eine zweite Brücke verkraftet dieses Projekt nicht.“ Trotzdem sagte er eine erneute Machbarkeitsprüfung zu.

Pkw-Rückstau verhindern

Zweifel äußerte Wolfgang Schwertner (CDU) daran, dass die Verkehrsplanung mit zwei Rampen und alleinigem Rechtsabbiegen auf der L 60 ausreicht: „Bei dem Nadelöhr kann ich mir schlecht vorstellen, dass da kein Rückstau entsteht.“ Lennertz dazu: „Natürlich muss der Verkehr konfliktfrei abfließen.“ Ein entsprechendes Gutachten liege bereits vor. Das basiere auf einer Zahl von 3000 Wohneinheiten – also dem Maximum an Häusern und Wohnungen, die auf dem einstigen Bahnareal errichtet werden sollen.

Den Seezugang erhalten

Es herrsche „Angst, dass die Ufer bebaut werden und irgendwann nicht mehr öffentlich zugänglich sind“, gab Beate Lieske, Fraktionsvorsitzende der SPD, Befürchtungen von Anwohnern wieder. Lennertz entgegnete, es sei an der Stadt, ob es dazu komme oder nicht: Diese entscheide darüber, die Uferstreifen als öffentliche Grünfläche auszuweisen und die entsprechenden Grundstücke nicht zu verkaufen.

Bürger mit einbeziehen

Eine mangelnde Bürgerbeteiligung vor dem politischen Beschluss über die Pläne kritisierte Michael Kleine-Möllhoff, Fraktionsvorsitzender der Grünen: Am 20. Juni entscheidet der Rat über die Rahmenplanung, erst danach soll Anfang Juli eine Bürgerversammlung zum Thema stattfinden. Lennertz argumentiert, man habe „bei der Planung ökonomische Fragen beantworten“ müssen. Erst im Anschluss daran könnten sich die Bürger in die weitere Planung einbringen, das sei auch so gewollt. Für die Gestaltung der künftigen Uferpromenade am Masurensee könne er sich beispielsweise einen Ideenwettbewerb vorstellen.

 
 

EURE FAVORITEN