Viele Schüler müssen auf Sonnenfinsternis verzichten

Nur durch Spezialbrillen wie solche sollte die Sonnenfinsternis beobachtet werden – sonst drohen Augenschäden bis hin zur Erblindung.Foto:Paul Zinken/dpa
Nur durch Spezialbrillen wie solche sollte die Sonnenfinsternis beobachtet werden – sonst drohen Augenschäden bis hin zur Erblindung.Foto:Paul Zinken/dpa
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Die meisten Schüler im Duisburger Süden müssen während der Sonnenfinsternis drinnen bleiben. An der kleinsten Grundschule darf ein Jahrgang zusehen.

Süd.  Es ist Sonnenfinsternis, und kaum einer sieht hin. Wenn heute Vormittag der Schatten des Mondes die Erde verdunkelt, müssen die meisten Schüler im Duisburger Süden drinnen bleiben. Nach draußen gehen und dem Naturschauspiel zugucken ist nur an wenigen Schulen erlaubt. Von der kompletten Sicherheitsvariante im Gebäude bis zum gemeinsamen Staunen auf dem Schulhof hat ein Rundruf der WAZ diverse Varianten zutage gefördert:

Ausgerechnet die kleinste Grundschule im Süden ermöglicht ihrem vierten Jahrgang, die Sonnenfinsternis zu betrachten. „Die haben das Thema Planeten und Weltall bearbeitet“, erklärt Schulleiterin Gisela Martini von der GGS Am Knappert. Sie schaffte einen Klassensatz sogenannter Sofi-Brillen an. Die unteren Klassen müssen aber drinnen bleiben. Gerade bei den jüngeren Schülern sei das Zugucken zu riskant: „Da kann man nicht gewährleisten, dass die permanent die Brille aufhaben.“ Ohne Brille drohen Augenschäden. Möchten Eltern das Spektakel gemeinsam mit ihrem Nachwuchs beobachten, können sie ihn vom Unterricht freistellen lassen.

Diese Variante wählt auch die GGS Albert-Schweitzer-Straße; bis Donnerstag gab es aber keine Freistellungsanfragen seitens der Eltern. Wer zur Schule kommt, verbringt die kritische Zeit drinnen. Die Fenster gehen zur Nordseite, die Sonne wird also für die Schüler nicht zu sehen sein. Schulleiter Andreas Geselbracht sieht ein Problem in der Finanzierung: „Bei 400 Kindern, selbst zum Originalpreis von 2,50 Euro pro Brille – wie sollen wir die bezahlen?“

„Gucken ohne Risiko“ via Live-Stream

Auch an der GGS Böhmer Straße „wird nicht geguckt. Das ist uns zu riskant“, sagt Schulleiterin Sigrid Schäfer. Die Schüler bleiben drinnen, „wir thematisieren das im Sachunterricht“.

Die meisten Realschüler werden die Sonnenfinsternis beobachten können – weil an der Schule eine Fortbildung ansteht und daher nur vier Klassen vor Ort sind. Ein organisiertes gemeinsames Gucken steht für die Verbliebenen nicht auf dem Stundenplan: „So viele Brillen gibt’s gar nicht“, sagt Schulleiter Klaus Friede.

Das Bertolt-Brecht-Berufskolleg wählt die Variante „Gucken ohne Risiko“, wie die stellvertretende Leiterin Gisela Pauss es formuliert: „Wir gucken den Live-Stream der Sternwarte Bochum“, PC-Räume und Beamer machen’s möglich. Bringen einzelne Schüler Brillen mit, dürfen sie aber auch draußen statt auf der Leinwand zusehen: „Dann wird eine Aufsicht gestellt.“

Auf eine Mischung aus Live-Stream und Gucken in der Realität setzt auch der stellvertretende Gesamtschulleiter Markus Zwering: Einige Gruppen sitzen vor dem Beamer. Zwei Lehrer haben für ihre Klassen Brillen besorgt und werden auf dem Schulhof zusehen, wenn der Mond sich zwischen Sonne und Erde schiebt. „Ich bin Physiklehrer, da kann ich ja nicht Nein sagen.“

 
 

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