Das aktuelle Wetter Duisburg 11°C
Freizeit

Unfreiwillige Pirouetten

22.05.2012 | 17:57 Uhr
Unfreiwillige Pirouetten
Kanu-Training an der Sechs-Seen-Platte. Foto: Hayrettin Özcan/WAZ-FotoPool

Wedau. „Halt!“ - ein lauter Schrei schallt über den Masurensee. Auf dem Wasser versuchen elf junge Leute im Kanu, hintereinander herzufahren. Eines ist ausgebrochen und treibt relativ unkontrolliert weg von der Gruppe. „Immerhin hat der Junge einen guten Gleichgewichtssinn, andere wären schon längst gekentert“, scherzt einer der erfahrenen Kanuten. Aber auch die anderen Teilnehmer fahren nicht wirklich im Kreis, wie die Trainer es vorgegeben haben. Sie bewegen sich in Schlangenlinien über den See.

Der Kurs wird vom Wanheimer Kanu-Club (WKC) angeboten, von dem auch die Boote, Paddel und Schwimmwesten stammen. Vier erfahrene Kanufahrer sind mit den Neulingen auf dem Wasser.

Dass die Kanuschüler noch keine richtige Kontrolle über ihre Boote haben, ist nicht weiter verwunderlich: Es ist ihre erste Fahrt auf dem See. Die allererste Übungsstunde fand im Schwimmbad statt, dort wurde erst einmal das Ein- und Aussteigen geübt.

Auf der Sechs-Seen-Platte lernen die Teilnehmer, das Boot zu lenken. Dabei stellt sich heraus, dass es gar nicht so einfach ist, das Boot geradeaus zu manövrieren. Manch einer dreht unbeabsichtigt Pirouetten auf dem See. Auch der richtige Umgang mit den beiden Paddeln will gelernt sein. Beides war gar nicht so einfach. Dazu kommen noch Wind und Strömung, die die Anfänger immer wieder vom Kurs abbringen. Segel- oder Drachenboote rammt zum Glück trotzdem niemand.

Einer der Teilnehmer ist pitschnass: Er ist ins Wasser gefallen. „War aber kein Problem“, beteuert er. Auch einige Andere sind durchnässt. Eigentlich sind die Kanuten mit Spritzdecken, die das Wasser abhalten sollen, geschützt. Anfänger müssen allerdings darauf verzichten, denn wenn das Boot kentert, ist es mit Decke viel schwieriger, auszusteigen.

Die meisten der elf Kursteilnehmer haben Gefallen am Kanufahren gefunden. Ein besonders großer Kanuschüler, dem zum Schluss das Bein weh tut, mokiert allerdings: „Es war gut, aber mein Boot war zu eng“.

Was jetzt noch unkontrolliert aussieht, soll in nur sechs Einheiten erlernt werden. Dann, so hoffen die Trainer, sollen die Anfänger bereit sein, auf Kanu-Touren mitzufahren.

Die Wanheimer Kanuten mit dem schönen Clubgelände direkt am Rhein haben den Kurs in Zusammenarbeit mit dem Hochschulsport der Universität Duisburg-Essen angeboten, allerdings durften sich auch Nicht-Studenten anmelden. Der Kanu-Club will mit einer solchen Aktion neue Mitglieder gewinnen und junge Leute für den Sport begeistern.

Wer Interesse hat, braucht nicht direkt ein Boot zu kaufen. Für den Anfang reichen die Schulboote, die der Verein bereitstellt. Sobald Kinder schwimmen können, dürfen sie hier das Paddeln lernen. Jedes Jahr veranstaltet der WKC Kanu-Wandertouren im In- und Ausland. Weitere Informationen findet man un­ter www.wkcduisburg.de im Internet.

Übrigens: Kanu fahren ist wie Radeln. Derjenige, der es einmal verstanden hat, der verlernt es nie wieder. Das behauptet jedenfalls der Kanutrainer.

Von Christina Tönshoff


Kommentare
Aus dem Ressort
Erneuter Brand im Jugendtreff
Jugend
Der Jugendtreff am Reiserweg verwahrlost zusehends. Jugendarbeit läuft dort schon lange nicht mehr. Dafür brennt es immer wieder in den Containern. Jetzt musste die Feuerwehr dort Matratzen löschen. Die benachbarten Kleingärtner fordern den Abriss.
Glühende Leidenschaft für Steine
Mündelheim.
Das Gute liegt so nah. Auch am Rhein kann man schöne Mineralien finden. Sammler Peter Hiermann wird mit Kindern bei einer Schatzsuche am Mündelheimer Ufer danach Ausschau halten. Er selbst hat bereits über 2500 Fundstücke zusammengetragen.
Welle der Hilfsbereitschaft für Asylbewerber in Neuenkamp
Soziales
Jede Woche erreichen neue Asylbewerber derzeit Duisburg. Da die Stadt nicht genug Plätze in Wohnheimen zur Verfügung stellen kann, werden die Flüchtlinge auch in Wohnungen untergebracht. 68 Personen wohnen nun in Neuenkamp. Nach anfänglicher Skepsis heißen alle die Neuen willkommen.
Neue Weiche in  Duisburg-Großenbaum - RE2 und RE3 fallen aus
Bahnverkehr
Am Osterwochenende baut die Bahn am Haltepunkt Duisburg-Großenbaum eine neue Weiche ein. Von Samstagfrüh bis Sonntagmittag fallen deshalb die Regionalexpresslinien RE2 und RE3 zwischen Duisburg und Düsseldorf aus. Reisende sollen auf die Linie RE6 ausweichen. Auch die S1 wird umgeleitet.
Dachse sind in Serm heimisch
Natur
Stefan Jeschke hat in seiner Zeit als Förster in Duisburg schon viel erlebt: Von Wildschweinen in Wohngebieten bis zu heftigsten Sturmschäden nach dem Orkan „Kyrill“. Außerdem hat er bereits über eine Millionen Bäume gepflanzt. Seit 21 Jahren betreut er vor allem die Wälder und Parks im Forstrevier...
Fotos und Videos
Moderne Galdiatorenkämpfe
Bildgalerie
Neue Trendsportart
Tag der offenen Tür
Bildgalerie
Wasserwerk
Tausende Jecken feiern in Serm
Bildgalerie
Karnevalzug
Herrensitzung der Musketiere
Bildgalerie
Karneval