Über 1000 Proben in 25 Jahren

Martina Grosse-Verspohl  leitet seit 25 Jahren den Kirchenchor Trinitatis. Sie will ihre Arbeit noch möglichst lange weitermachen Foto: Christoph Wojtyczka / Funke Foto Services
Martina Grosse-Verspohl leitet seit 25 Jahren den Kirchenchor Trinitatis. Sie will ihre Arbeit noch möglichst lange weitermachen Foto: Christoph Wojtyczka / Funke Foto Services
Foto: Funke Foto Services
Martina Grosse-Verspohl leitet den Kirchenchor der Gemeinde St. Trinitatis seit einem Vierteljahrhundert. Wir sprachen über ihre Erfahrungen

Wedau.  Nicht einmal 30 Jahre alt war Martina Grosse-Verspohl, als sie begonnen hat, den Kirchenchor der Gemeinde St. Trinitatis zu leiten. Mittlerweile blickt sie auf 25 Jahre als Chorleiterin zurück. Sarah Schröer López sprach mit ihr.

In fast 100 Jahren Chorleben in Trinitatis sind Sie die eine Chorleiterin, die es am längsten ausgehalten hat.

Im Nachhinein ist die Zeit wirklich schnell herumgegangen. Erst wenn ich überlege, was in der Zeit alles passiert ist - Hochzeit, zwei Kinder - bemerke ich, wie lange ich schon dabei bin. In erster Linie bin ich vor allem dankbar, dass ich diese schöne Arbeit schon so lange machen darf.

Mittlerweile haben Sie über tausend Proben geleitet. Gibt es da Momente, die Ihnen besonders im Gedächtnis geblieben sind?

Bei so vielen Proben ist es schwierig, alles zu behalten. Aber es ist immer wieder schön, wenn wir Lieder singen, von denen wir vorher dachten, dass wir sie nie hinbekommen würden. Wenn es dann noch Lob von der Gemeinde gibt, sind wir einfach nur stolz.

Sie leiten den Chor schon länger, als ich lebe. Was hat sich in der Zeit alles verändert?

Es gibt Erzählungen von Proben vor meiner Zeit, da wurde gestrickt. Der Chorleiter übte mit manchen Sängern wohl so lange, dass den anderen langweilig wurde. Wenn ich an meine Zeit zurückdenke, erinnere ich mich vor allem daran, wie sehr ich mit dem Chor in 25 Jahren zusammengewachsen bin.

Woran erkennt man einen guten Chorleiter?

Man muss mit den Sängern gut klarkommen und sie einschätzen können. Manchmal brauchen sie eher Aufmunterung und manchmal eher Kritik. Und dann sollte man sich natürlich mit der Musik auskennen und die beherrschen. Ich hoffe, dass das bei mir der Fall ist.

In vielen Chören gibt es wenige oder gar keine jungen Sänger. Wie sieht das bei Ihnen aus?

Wir sind etwa 40 Sänger. Das Durchschnittsalter liegt auch bei uns bei etwa 60 Jahren. Unser jüngstes Mitglied ist 35, unser ältestes 89. Es kommen immer wieder Sänger dazu und leider müssen auch immer wieder welche gehen. Ich finde, bei uns passt das aber alles sehr gut. Wir sind wie eine große Familie.

Zu Ihrem Jubiläum gab es einen Jubiläumsgottesdienst. Wie hat der Ihnen gefallen?

Es war ganz toll. Der Chor hat meine Lieblingslieder gesungen und später haben mich die Sänger noch mit einem Buffet überrascht. Die wissen halt genau, wie gerne ich esse. Bei der kleinen Feier ging es sehr lustig zu.

Wie geht es weiter? Wollen Sie das halbe Jahrhundert als Chorleiterin voll machen?

Ich liebe meine Arbeit als Chorleiterin. So lange es noch geht, möchte ich weitermachen. Ich habe letztens erfahren, dass Musik gesund macht. Das Immunsystem wird gestärkt und man lebt länger. Das ist sogar wissenschaftlich erwiesen worden. Also klappt das hoffentlich auch. Ich bin da ganz zuversichtlich.

 
 

EURE FAVORITEN