Trinitatis vor großen Veränderungen

Pfarrer Dirk Sawatzki (links) erklärt denGemeindemitgliedern, auf welche Veränderungen sie sich einstellen müssen. 
Pfarrer Dirk Sawatzki (links) erklärt denGemeindemitgliedern, auf welche Veränderungen sie sich einstellen müssen. 
Evangelische Kirchengemeinde bot einen etwas anderen Jahresrückblick 2015. 2025 wird die Wedauer Kirche zum Gemeindesaal. Einzig die Kirche in Buchholz bleibt für Gottesdienste.

Süd.  „Das Jahr 2015 war ein gutes Jahr für die evangelische Gemeinde Trinitatis“, blickt Pfarrer Dirk Sawatzki zurück. Am Sonntag hat er der Kirchengemeinde der Stadtteile Wedau, Buchholz und Bissingheim Zahlen und Fakten zum vergangenen Jahr 2015 präsentiert. Dabei ging es vor allem um die damit zusammenhängenden Veränderungen, die ab 2020 auf die Gemeinde zukommen.

Aus Kostengründen wird ab 2023 nur noch die Kirche in Buchholz als solche genutzt werden. Die Kirche in Wedau wird dann zum Gemeindesaal. „So müssen sich alle Gemeindemitglieder auf den Weg machen, keiner wird über den Tisch gezogen“, sagt Dirk Sawatzki. Der Gemeindesaal Am See soll im Jahr 2024, so die Planung, abgerissen werden. Das Atrium, die Küche und die Gruppenräume sollen erhalten bleiben. Das Gemeindehaus an der Arlberger Straße soll ein Jahr später abgerissen werden. Das hatte das Presbyterium im September entschieden und der Gemeinde mitgeteilt. „Die Gemeindemitglieder waren sehr betroffen. Sie haben aber verstanden, dass das nötig ist“, erinnert sich Pfarrer Dirk Sawatzki.

Genaue Einzelheiten über die Nutzung des zukünftigen Gemeindesaals in Wedau sind noch nicht klar. Beispielsweise ist noch nicht sicher, ob der Kleiderladen bestehen bleibt. Sicher allerdings ist: 2019 geht Pfarrer Dietrich Köhler-Miggel in den Ruhestand. Eine halbe Stelle soll ihn dann ersetzen. 2024 folgt dann auch Pfarrer Björn Hensel. Seine Stelle wird nicht neu besetzt. Ab 2020 gibt es ausschließlich gemeinsame Gottesdienste. Schon jetzt sollen die Gemeindemitglieder aus den drei Stadtteilen näher zusammengebracht werden.

Ab diesem Jahr werden die Konfirmanden aus den drei Stadtteilen erstmals gemeinsam unterrichtet. Das Jugendzentrum an der Arlberger Straße wird auch eingebunden. Im vergangenen Jahr gab es 60 Konfirmanden. Das ist die höchste Zahl seit langem. Dabei wird es wohl erstmal bleiben. Für 2016 gibt es weitaus weniger Anmeldungen.

Nur 5,8 Prozent unter elf Jahre alt

Auch mit der Zahl der jungen Gemeindemitglieder ist Sawatzki nicht zufrieden: 5,8 Prozent der Mitglieder sind unter elf Jahre alt. „Das könnte uns Probleme bereiten“, sagt Sawatzki. Zum Vergleich: Die 51- bis 60-Jährigen nehmen 15,2 Prozent der Gemeinde ein.

15 830 Gottesdienstbesucher kamen zu insgesamt 91 Gottesdiensten im vergangenen Jahr. Durchschnittlich sind das 157 Besucher pro Messe. Damit liegt die Gemeinde über dem Durchschnitt der Landeskirche. „Wir bieten den Gemeindemitgliedern einen lebendigen Gottesdienst mit viel Musik. Sonst wären auch unsere Kirchenbänke leerer“, sagt Pfarrerin Ute Sawatzki.

Trotzdem hat die Gemeinde im vergangenen Jahr 73 Mitglieder verloren, 6 453 sind es jetzt noch. Die Kirche beobachtet eine kontinuierliche Abnahme, jährlich verliert sie gut einen Prozent der Mitglieder. „Gründe sind die hohe Sterberate und die Kirchensteuer, die viele Leute nicht mehr zahlen wollen“, sagt Pfarrer Sawatzki. Und das führe, zusammen mit den steigenden Kosten, zu Maßnahmen wie dem Abriss von Gebäuden. „Wir haben genug Zeit, uns darauf einzustellen und die Kirchengebäude als Sahnehäubchen bleiben uns ja erhalten“, betont Dirk Sawatzki.

„So müssen sich alle Gemeindemitglieder auf den Weg machen“

2016 weniger Konfirmanden

 
 

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