Tierhilfenetzwerk für ältere Duisburger gegründet

Dass sich ein Senior vorübergehend nicht mehr selbst um seinen Hund oder ein anderes Tier kümmern kann, soll nicht mehr bedeuten, dass der Mensch das Tier abgeben muss.
Dass sich ein Senior vorübergehend nicht mehr selbst um seinen Hund oder ein anderes Tier kümmern kann, soll nicht mehr bedeuten, dass der Mensch das Tier abgeben muss.
Foto: Lars Fröhlich/Archiv
Das kostenlose Angebot soll Senioren helfen, ihr Tier zu behalten. Gebrechen oder Krankheiten machen das sonst oft schwierig.

Buchholz. Pfote in Hand gehen Mensch und Tier durchs Leben. Doch wenn den Zweibeiner sein Weg ins Seniorenheim führt, bleibt dem zuvor unzertrennlichen Gespann oft nur das Ende seiner Beziehung. Das wollen Ehrenamtliche des Arbeitskreises Lebensnah der Gemeinde-Caritas in der Pfarrei St. Judas Thaddäus verhindern und rufen dafür ein neues Angebot ins Leben: ein Tierhilfenetzwerk, das „Menschen mit Haustieren helfen“ will, „die sich momentan nicht um sie kümmern können“.

Hilfesuchende können sich melden

So formuliert es Annegret Wegmann, Initiatorin des Tierhilfenetzwerks. Sie kennt zahlreiche Geschichten wie die von jenem Mann, der im Krankenhaus hätte behandelt werden müssen – der aber partout nicht damit einverstanden war, „weil er seinen Hund nicht unterbringen konnte“. Geschichten, die unterstreichen, wie wichtig das Tierhilfenetzwerk werden könnte: So wichtig, wie den Besitzern ihre Tiere sind. „Tiere bringen für Ältere eine sehr hohe Lebensqualität mit. Das sind Freunde, Partner, Lebensgefährten, Vertraute, Tröster in der Not. Die Menschen können unter Umständen in eine Depression stürzen, wenn man ihnen ihr Tier auch noch wegnimmt.“ Das sagt Ellen Reinhard, die sich ebenfalls als Tierhelferin einbringen wird.

Ob als Gassigängerin, zum Futter besorgen oder als Kurzzeitpflege: Wie Reinhard, Wegmann und die übrigen helfen werden, da sind sie flexibel, solange es dem Tier und dadurch dem Menschen nützt. Nicht jeder Senior kann mit seinem Hund noch dreimal täglich vor die Tür gehen, nicht jede ältere Dame die schweren Katzendosen nach Hause schleppen, und wenn mal eine Reha-Maßnahme oder ein Krankenhausaufenthalt ansteht: Wohin während dieser Zeit mit Hund, Katze, Maus, Vogel? Diese Probleme wollen die Ehrenamtlichen des Tierhilfenetzwerks lösen. Auch der Gang zum Tierarzt oder Hilfe dabei, eine geeignete Tierpension zu finden, sind denkbare Einsatzmöglichkeiten.

Die Hilfe für den tierischen Liebling ist gleichzeitig Hilfe für seinen Besitzer, und genau das ist das Ziel: „Uns geht es um die Menschen dahinter“, sagt Wegmann, „das kann auch ein Türöffner sein“: ein Türöffner, um über das Tier ins Gespräch zu kommen auch über die Hilfe, die dessen Mensch vielleicht für sich braucht, wie einen Arztbesuch.

Angebot ist kostenlos

Auf bestimmte Tierarten sind die Helfer ebenso wenig festgelegt wie auf die konkrete Art der Hilfe. Nur eins steht schon fest: Das Tierhilfenetzwerk soll sich (eben wie Lebensnah) zunächst schwerpunktmäßig an Ältere wenden, die in Buchholz leben. Fünf Ehrenamtliche haben sich bisher gefunden, weitere sind willkommen. Auch solche, die wenig Zeit haben: „Das muss keine dauerhafte Mitarbeit sein, es kann auch einmalig sein“, betont Wegmann. Das Angebot ist kostenlos; Menschen, die es annehmen wollen, suchen die Ehrenamtlichen zurzeit, damit das Tierhilfenetzwerk an den Start gehen kann – damit Mensch und Tier auch im Alter Pfote in Hand durchs Leben gehen können.

 
 

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