Taufe im See

Ökumenisches Tauffest am Wambachsee. Duisburg-Wedau, Kalkweg. Foto: Hayrettin Özcan / WAZ FotoPool
Ökumenisches Tauffest am Wambachsee. Duisburg-Wedau, Kalkweg. Foto: Hayrettin Özcan / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Wedau.  „Heute taufen wir junge Christen nicht im Namen des Papstes oder Martin Luthers, sondern im Namen des einen Gottes, an den Katholiken und Evangelen glauben“, erklärte die evangelische Pastorin Ute Sawatzki. Bei einem ökumenischen Fest taufte sie jetzt, gemeinsam mit Diakon Jürgen Haberl, Angehörige beider Konfessionen der evangelischen Trinitates Gemeinde und der katholischen St. Josef-Gemeinden im Wambachsee in Wedau.

Dass sowohl Sawatzki als auch Haberl dabei tatsächlich in den See stiegen, überraschte viele der zahlreichen Gäste. Schließlich waren sie nicht nur bis zu den Knöcheln im Wasser, sondern bis zur Hüfte. „Guck mal, die gehen ja wirklich ins Wasser. Das hätte ich nicht gedacht“, sagte eine Dame zu ihrer Begleitung, die entgegnete: „Ich auch nicht, aber das ist doch toll.“

Und so wurden vor den Augen zahlreicher Familienangehöriger, die auf der Wiese des Kanusportvereins Wedau Platz genommen hatten, zuerst vier evangelische Kinder von Sawatzki getauft, bevor Diakon Jürgen Haberl ins Wasser stieg, um dort drei Katholiken zu empfangen.

Die Eltern der Täuflinge konnten allerdings auch nicht trocken nach Hause gehen: Das Kind auf dem Arm stiegen sie nacheinander in den See.

Vor allem die Männer standen dabei vor großen Problemen. Während die Frauen schnell ihre Schuhe bei Seite legten und sich nicht groß um ihr Sommerkleidchen sorgten, da nur der Saum nass wurde, wurden die Männer erfinderisch. Anders als bei den offenen Schuhen der Frauen, mussten sie schnell ihre Schnürsenkel entknoten und die Socken loswerden. Die Mehrzahl krempelte dann entschlossen die Hose hoch und marschierte tapfer ins kühle Nass.

Einer hatte jedoch mitgedacht und war unten drunter bestens auf die nasse Angelegenheit vorbereitet. Er zog sich schnell die Hose aus und stieg, das Kind auf dem Arm, mit grüner Badehose zu Diakon Haberl in den See.

Nach der Taufe dann das Bild für die Ewigkeit: Angehörige knipsten den stolzen Papa mit dem kleinen Kind auf dem Arm – schickes Sakko oben, knautschgrüne Badehose unten.

Die Familienangehörigen, die für die Taufe ihre Sitze verlassen hatten, um möglichst viele Fotos zu schießen, nahmen langsam wieder Platz, um dem Rest der Zeremonie am Ufer beizuwohnen. Als diese jedoch vorbei war, wurde weiter fotografiert. „Wer gerade kein gutes Bild machen konnte, der hat gleich noch einmal die Möglichkeit“, sagte Sawatzki und fügte lächelnd hinzu: „Ich steige bei dem Wetter gerne noch einmal ins Wasser. Ich weiß nicht, wie es mit den Eltern steht.“

Die Pastorin meinte das jedoch keineswegs scherzhaft. Sie hüpfte ebenso noch einmal für das Erinnerungsfoto mit den Täuflingen und Eltern ins angenehm kühle Nass wie Haberl.

Die Taufkinder

Ökumenismus ist eine Bewegung, die erklärt, ihr Ziel bestehe in der Einheit der geteilten christlichen Welt (Orthodoxe, Römisch-Katholische, Protestanten und andere).

Evangelisch getauft wurden am Wambachsee: Nora Dietzel, Kyan Melesen, Simon Lückerath, Petra Herzfeld. Katholisch getauft wurden: Jayden Zehrer, Fynn Schmithuysen, Mia Jolie Hasenack

 
 

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