Sekundarschule in Duisburg-Huckingen ist kein Selbstläufer

Keine Probleme hatte die neue Sekundarschule Süd im August 2014, 100 Schüler zum Start zu bekommen.
Keine Probleme hatte die neue Sekundarschule Süd im August 2014, 100 Schüler zum Start zu bekommen.
Foto: WAZ FotoPool
Die Anmeldezahlen für die neue Sekundarschule in Huckingen sind drastisch zurückgegangen. Dagegen boomt die Nachfrage nach der Gesamtschule Süd.

Duisburg.. So schwer hatten sich die Verantwortlichen den Start der neuen Sekundarschule im Schulzentrum Biegerhof nicht vorgestellt. Nach den Erstanmeldungen, die in der ersten Februarwoche stattfanden, ist die Nachfrage nach dem gemeinsamen Nachfolger von Haupt- und Realschule um nahezu die Hälfte eingebrochen, von 81 Erstanmeldungen im Vorjahr auf nunmehr noch 47. Dagegen boomt die Nachfrage nach der Gesamtschule Süd. Dort stieg die Zahl der Erstanmeldungen von 174 im Vorjahr auf 244. Und auch das Mannesmann-Gymnasium verzeichnet mit 185 (Vorjahr 171) so viele Erstanmeldungen, dass ausnahmsweise sieben Eingangsklassen gebildet werden.

Gesamtschule muss Schüler ablehnen

Mit 101 Schülern war die Sekundarschule im Sommer als eine von zwei Schulen dieses neuen Typs in Duisburg an den Start gegangen. Da es damals 81 Erstanmeldungen gab, mussten nur 20 Schüler aufgenommen werden, deren Erstwunsch eine andere Schulform war. Diese Schüler werden im neuen fünften Schuljahr ab dem Sommer die Mehrheit bilden. 70 bis 80 Mädchen und Jungen muss die Gesamtschule ablehnen, weil sie maximal sechs Parallelklassen bilden kann. Und um vier Parallelklassen zu je 25 Schülern bilden zu können, hat die Sekundarschule noch einen Bedarf an 53 Zweitanmeldungen.

Günstige Schüler-Lehrer-Relation

Für Ralph Kalveram, den Leiter des Amtes für schulische Bildung, ist der Einbruch bei den Erstanmeldungen für die Sekundarschule kein Drama. „Wir haben im Vorjahr gedacht, die Sekundarschule ist ein Selbstläufer“, sagt er selbstkritisch. Das sei sie nun doch nicht. „Wir müssen sie halt noch deutlicher bei der Elternschaft plazieren.“ Dass sie zum Beispiel eine günstigere Schüler-Lehrer-Relation als die Gesamtschule habe, sei noch nicht durchgedrungen.

Und dass sie genauso zum Abitur führe, nur nicht in einer eigenen gymnasialen Oberstufe, sondern in Kooperation mit Gesamtschule und Bertolt-Brecht-Berufskolleg, das müsse auch noch bekannter gemacht werden. Auch aufgrund der räumlichen Nähe zum Berufskolleg rät der Amtsleiter der Schule, sich „ganz klar die Berufsorientierung auf die Fahnen zu schreiben.“

Losverfahren

Dass nicht nur schwächere Schüler von der Gesamtschule abgewiesen werden, sichert das Losverfahren. Markus Zwering, stellvertretender Leiter der Gesamtschule Süd, beschreibt es so: Von allen für das neue fünfte Schuljahr angemeldeten Schülern werde der Zeugnisdurchschnitt des letzten Grundschulzeugnisses ermittelt. Diejenigen, die über dem Durchschnitt lägen, kämen in den einen Lostopf, die andere Hälfte in den anderen. Und aus jedem Topf würde die gleiche Anzahl an Schülern gezogen, die abgewiesen werden müssten. So werde sichergestellt, dass die Sekundarschule ebenso wie die Gesamtschule einen Mix an Begabungen erhalte. Schüler mit Förderbedarf, so Zwering, seien übrigens von den Abweisungen nicht betroffen.

Anne Kahlert, Leiterin der neuen Sekundarschule, war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Und Klaus Friede, der Leiter der Realschule, die zu Lasten der Sekundarschule ausläuft, sagt, die Eltern müssten halt noch von den Vorzügen überzeugt werden.

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