Schul-Anmeldungen sind deutlich zurückgegangen

Die Lehrer der Gesamtschule Süd sind aktiv. Sie bieten im  neuen Schuljahr erstmals MINT-Klassen. Der Schülerrückgang an der Großenbaumer Allee liegt vor allem an der geringen Zahl der Viertklässler in diesem Jahr.
Die Lehrer der Gesamtschule Süd sind aktiv. Sie bieten im neuen Schuljahr erstmals MINT-Klassen. Der Schülerrückgang an der Großenbaumer Allee liegt vor allem an der geringen Zahl der Viertklässler in diesem Jahr.
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41 Schüler weniger an weiterführenden Schulen im Süden. Hauptgrund: Zahl der Viertklässler sank um 98. Stärkster Rückgang an der Gesamtschule Süd.

Süd.. Die positive Nachricht: An der Gesamtschule Süd können alle 174 Schüler, die sich für das Schuljahr 2016/17 angemeldet haben, angenommen werden. Auffällig ist, dass die Zahl der Anmeldungen an der Gesamtschule an der Großenbaumer Allee im Vergleich zum Vorjahr um 68 zurückgegangen ist. Andere Gesamtschulen in der Stadt mussten zahlreiche Schüler abweisen – allein die Lise-Meitner-Gesamtschule in Rheinhausen gab 81 Schülern einen Korb, an der Gesamtschule Mitte waren es 59.

„Wir waren selbst irritiert“, sagt Markus Zwering, der stellvertretende Leiter der Gesamtschule Süd, in einem Gespräch mit der Stadtteil-Redaktion. Für das laufende Schuljahr hatten sich noch 242 Fünftklässler angemeldet.

„Das hat nichts mit der Qualität der Schule zu tun“, versichert Ralf Kalveram, Leiter des Amts für schulische Bildung. Der Rückgang der Anmeldezahlen hängt mit der geringeren Zahl der Viertklässler im Süden zusammen. Im kommenden Schuljahr wechseln 489 Kinder von einer Grundschule im Duisburger Süden auf eine weiterführende Schule. Das sind 98 Kinder weniger als im laufenden Schuljahr. Alle drei weiterführenden Schulen im Süden verzeichnen zusammengerechnet 141 Anmeldungen weniger.

Die Sekundarschule Am Biegerpark registriert einen Rückgang von 99 Anmeldungen im Jahr 2015 auf 64 Anmeldungen in diesem Jahr. Am Mannesmann-Gymnasium haben sich 38 Schüler weniger angemeldet – statt 187 waren es aktuell 149. 138 Schüler wurden angenommen. Der kommende fünfte Jahrgang wird fünfzügig laufen, der aktuelle ist siebenzügig.

Hinzu kommen Schüler, die aus dem Süden abgewandert sind. Zum Beispiel in den Bezirk Mitte, einige wohl auch über die Stadtgrenze hinaus nach Krefeld oder Düsseldorf.

Trotz sinkender Schülerzahlen im Süden werden die Lehrer nicht unter Langeweile leiden, so Kalveram. „Durch die Flüchtlingskinder ist eine Vielzahl von Aufgaben dazu gekommen.“ An den Schulen wurden Vorbereitungsklassen eingerichtet. Dort sollen die ausländischen Kinder zunächst die deutsche Sprache lernen. Damit dies zügig funktioniert, ist die Zahl der Schüler auf 18 beschränkt – entsprechend viele Lehrer werden benötigt.

An der Gesamtschule Süd wird es im kommenden Schuljahr erstmals MINT-Klassen geben. Die Schüler dort werden besonders in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) gefördert. „Das Interesse ist sehr groß, besonders bei den Jungen“, sagt Zwering. Die Förderung findet vor allem in AGs statt. „Es soll nichts zulasten anderer Fächer gehen“, so der Pädagoge.

Außerdem ist eine Bläser-Klasse geplant. Dazu soll es Arbeitsgemeinschaften im musischen Bereich geben, langfristig ist ein großes Schulorchester angedacht.

Die Sekundarschule am Biegerpark wird die 64 neuen Schüler auf drei Klassen verteilen. Die Kinder haben das Glück, in einem kleinen Verbund mit 21, maximal 22 Schülern zu lernen. Ralf Kalveram ist trotz der geringen Anmeldezahlen davon überzeugt, dass sich die Sekundarschule im Süden gut halten wird, auch wenn wie geplant 2017 die neue Sekundarschule Mitte dazukommt. „Das wird sich neu mischen. Eine neue Schulform muss sich immer erst in den Köpfen der Eltern etablieren. Das war vor 15 Jahren bei der Gesamtschule genauso.“ Heutzutage muss die Gesamtschule – in der Regel – Schüler abweisen, weil sie überbucht ist.

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