Schützen setzen auf Wies’n-Party

Die Huckinger Sebastianus Schützen – hier die Anwärter für das Königs- und Prinzenvogelschießen 2015  - wollen sich modernen Zeiten anpassen. Foto:Fröhlich/ARCHIV
Die Huckinger Sebastianus Schützen – hier die Anwärter für das Königs- und Prinzenvogelschießen 2015 - wollen sich modernen Zeiten anpassen. Foto:Fröhlich/ARCHIV
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Huckinger Bruderschaft will das Schützenfest wieder mehr zum Volksfest machen. Schützen-Montag fällt weg. Er passt nicht in die moderne Arbeitswelt

Huckingen..  Die Huckinger St.-Sebastianus-Schützen springen auf den erfolgreichen Oktoberfest-Zug auf. Beim Schützenfest im kommenden Jahr wollen sie mit einer großen Wies’n Party am Freitagabend wieder mehr Menschen ins Festzelt locken. Unter dem Motto „Die neue Huckinger Nacht“ hofft man auf 1000 Gäste. Die Bayernband, die für Stimmung sorgen soll, ist bereits engagiert.

Der traditionelle Schützenball am Samstagabend wird dem gegenüber deutlich kleiner ausfallen. „Wir wollen, dass unserer Schützenfest wieder mehr zum Volksfest wird“, sagt Peter Kirchholtes von der Huckinger Schützenbruderschaft. Er hofft dabei auf neue Gesichter. „Es wäre schön, wenn auch mal die Anwohner aus den Neubaugebieten am Angerbogen zu uns kommen.“

Geschlagene fünf Stunden haben die Schützen darüber debattiert, wie man das Schützenfest am letzten August-Wochenende neu aufstellt, um wieder mehr Huckinger zu erreichen. Und zwar auch Leute, die keinen Bezug zum Schießen haben, sondern einfach gerne mit anderen feiern wollen.

„Die neue Huckinger Nacht“

Ein wesentliches Ergebnis der langen Debatte: Der traditionelle Schützen-Montag, an dem bisher die neuen Majestäten ermittelt wurden, fällt künftig weg. „Früher war es immer proppenvoll. Da waren die ganzen Mannesmänner da“, erinnert sich Kirchholtes, seit über 40 Jahren aktiver Schütze.

Die Zeiten haben sich geändert. In der modernen Arbeitswelt spielen Schützenfeste keine Rolle, frei gibt’s dafür auch nicht mehr. Und dass sich jemand Urlaub nimmt, um das Königsschießen anzuschauen, kommt selten vor – von den aktiven Schützen abgesehen.

König und Prinzen holen deshalb künftig bereits am Sonntag den Vogel runter. Nach der Krönung, dem Festumzug und dem Krönungsball ist um 24 Uhr Schluss. Kirchholtes: „Allerspätestens, länger dürfen wir gar nicht, wegen der Anwohner.“ Gefeiert wird weiterhin auf dem Schützenplatz Im Ährenfeld.

„Wir haben über die Jahre einfach immer mehr Konkurrenz bekommen“, erklärt sich Peter Kirchholtes den Besucherrückgang bei den vergangenen Schützenfesten. Auch sei das Image der Schützen nicht immer das beste: „Dabei stimmt vieles gar nicht. Zum Beispiel, dass bei uns übermäßig viel getrunken wird.“

Auf die Oktoberfest-Party im August will sich der Verein, der 1687 gegründet wurde, übrigens nicht dauerhaft festlegen. Kirchholtes: „Das läuft im Moment gut. Aber wer weiß, wie es in ein paar Jahren aussieht. Dann suchen wir uns vielleicht ein anderes Motto.“

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