„Schreiben ist Kampf“

Pfarrer Dirk Sawatski aus Wedau ist in Bonn mit der „Silbernen Taube“, dem Predig -Preis des Verlages der Deutschen Wirtschaft ausgezeichnet worden.
Pfarrer Dirk Sawatski aus Wedau ist in Bonn mit der „Silbernen Taube“, dem Predig -Preis des Verlages der Deutschen Wirtschaft ausgezeichnet worden.
Foto: Michael Dahlke
Für den Predigt-Preis des Verlages der Deutschen Wirtschaft hat es rund 300 Bewerbungen gegeben. Ausgezeichnet mit der „Silbernen Taube“ wurde die Predigt von Dirk Sawatzki zur Eröffnung der Synode im November 2012. Im Interview sagt der Wedauer Pfarrer, wie er seine Zuhörer fesselt.

Wedau.  Dass er ein ausgezeichneter Prediger ist, darf Dirk Sawatzki nun mit Fug und Recht von sich behaupten. Der Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Trinitatis Buchholz/Wedau ist mit der „Silbernen Taube“, dem Predigtpreis des Verlages der Deutschen Wirtschaft, ausgezeichnet. Dazu wurden 300 Predigten eingereicht. Preisgekrönt wurde Sawatzkis Vortrag bei der Eröffnung der Synode im November 2012 in Buchholz. Wir sprachen mit dem 52-jährige n Theologen darüber, was wichtig ist, damit die Predigt ankommt.

Haben Sie sich für eine Predigt vor der Synode besondere Mühe gegeben?

Dirk Sawatzki: Klar, da habe ich schon versucht, die gängigen Wege zu verlassen. Das geht einem nicht leicht von der Feder.

Die Predigt hat im protestantischen Gottesdienst besonderen Stellenwert?

Sie ist der Mittelpunkt. In der katholischen Kirche ist es die Liturgie. Vielleicht waren die evangelischen Beiträge im Wettbewerb deshalb auch in der Mehrheit.

Gibt’s ein Training im Studium?

Ja, das Predigerseminar. Da steht die Ausarbeitung im Vordergrund. Außerdem Körpertraining, die Art des Vortrags – es geht darum, Kommunikation herzustellen.

Worauf kommt es an?

Auf den Anfang. Da muss ich die Zuhörer wach kriegen, später geht’s nicht mehr. Ich nehme die Gemeinde mit auf einen Spaziergang. Dabei muss ich authentisch sein und eine Botschaft haben. Ohne die sollte ich nicht auf die Kanzel gehen.

Wie sieht die Vorbereitung aus?

Am Anfang der Woche beginne ich. Nach einem Thema muss ich nicht lange suchen: Ein aktueller oder besonderer Anlass, ein Lied, ein Text. Dann geht’s um die theologische Arbeit am Text. Was sind Aussage und Botschaft, die Konfrontation mit der Gegenwart muss sein, die Frage der gesellschaftlichen Relevanz beantwortet werden.

Fällt Ihnen Schreiben leicht?

Schreiben ist Kampf. Ich benötige zehn bis zwölf Stunden für eine Predigt. Unter Druck schreiben kann ich nicht. Zeit zum Überarbeiten muss da sein.

Darf die Predigt provozieren?

Das ist ein Mittel der Rhetorik. Wir dürfen der Gemeinde eigenes Denken zumuten. Ich muss überraschen, etwas zum Mitnehmen anbieten, das die Zuhörer auch aufnehmen können. Mein Maßstab ist der Konfirmand.

Gibt es Reaktionen?

Ja, vorher von meiner Frau Ute, sie ist Pfarrerin. Wir lesen unsere Predigten gegen. Aber ich merke zumeist selbst, wenn’s nicht gelungen ist. Von der Gemeinde kommen am ehesten positive Reaktionen. Bei kontroversen Themen bieten wir ein Nachgespräch an.

 
 

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