Sakrale Orgel und irdische Trommel

Dellviertel..  Himmel und Erde, Orient und Okzident, Barock und Moderne – an Spannungsbögen fehlte es nicht im Konzert des Duos Cat/Brödemann in der Josephskirche am Dellplatz. Der Perkussionist Sarkis Cat und der Organist Martin Brödemann schlugen Brücken zwischen all diesen Polen und zeigten überraschende Verbindungen auf.

Einem Menschen wird dieser Abend allerdings in schlechter Erinnerung bleiben. Der deutsch-ungarische Tänzer und Performance-Künstler Jozsef Csaba Hajzer wollte einige Stücke des Duos in Bewegung umsetzen. Bei einem Sprung im dritten Stück des Abends riss seine Achilles-Sehne. Er brachte das Stück zwar zu Ende und rollte – passend zur Musik - von der Tanzfläche. Bemerkt wurde seine Verletzung erst, als er ein paar Stücke später wieder tanzen sollte und nichts mehr ging.

Es gibt nicht viele Formationen wie das Duo Cat/Brödemann: hier die Orgel, Inbegriff der europäischen Sakralmusik, da die eher als irdisch angesehenen Trommeln. Der in Istanbul aufgewachsene Sarkis Cat verbindet orientalische Traditionen mit zeitgenössischen westlichen Ideen. Cats Spiel auf der orientalischen Daburka und der großen Rahmentrommel konnten die in die Höhe strebenden Orgel auf reizvolle Weise erden, mit auf- und abschwellenden Klängen von Becken und Gongs fügte er den einfallsreichen Klangmalereien und Clustern Brödemanns weitere Nuancen hinzu oder er brachte sie zum Swingen.

Neben „Aria“ des Barockkomponisten Georg Muffat standen vor allem Werke zeitgenössischer Komponisten auf dem Programm. Hans-Joachim Heßlers „A.C.D.E.B.“ griff in seiner Tonfolge den Namen „Achille Claude Debussy“ auf und war eine rhythmisch lebendige, auch aufbrausende und mit dunklen Klangfarben versehene Hommage an den impressionistischen Komponisten.

Ebenso gelungen war Brödemanns Interpretation der eigenen Kompositionen. Seine „Toccata Minimal“ lehnte sich an die Strukturen einer herkömmlichen Toccata an. Dieses mit silberhellen Orgeltönen und Beckenschlägen fast minimalistisch beginnende Werk steigerte sich zu einem großen Klanggemälde. Cats an Metronom erinnernde Schläge auf die kleine Trommel machten die verrinnende Zeit spürbar. Speziell für dieses Duo hat der 1977 in Hagen geborene Brödemann die „Orientalische Fantasie“ geschrieben. Freundlicher Beifall für ein Duo, das sicher ein größeres Publikum verdient hätte.

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