Runder Tisch bringt Helfer zusammen

Beim 1. Runden Tisch Asyl im Bertolt-Brecht-Berufskolleg trafen sich knapp 100 Teilnehmer. 
Beim 1. Runden Tisch Asyl im Bertolt-Brecht-Berufskolleg trafen sich knapp 100 Teilnehmer. 
Foto: FUNKE Foto Services
100 Interessierte nehmen am 1. Runden Tisch Asyl für den Süden teil. Hilfsbereitschaft ist groß. Aber von der Stadt wird Unterstützung gefordert

Süd..  Der runde Tisch war an diesem Abend in der Aula des Bertolt-Brecht-Berufskollegs nicht rund, sondern eher rechteckig und lang. Am Donnerstag folgten über 100 Interessierte, Ehrenamtler, Hauptberufler der Einladung von Bezirksbürgermeister Volker Haas­per zum 1. Runden Tisch Asyl für den Süden. Die drängendsten Fragen: Wie kann man die Hilfe, die doch an so vielen Stellen im Duisburger Süden aufkommt, überhaupt richtig ankommen lassen? An wen kann man sich wenden?

Es wurde deutlich: Es gibt schon viele Menschen, die helfen. Das Engagement im Duisburger Süden ist überall groß, in den Kirchengemeinden, den Sportvereinen, den Bürgervereinen, in Privatinitiativen. „Dass wir vor Ort Unterstützerkreise haben, ist die beste Voraussetzung, um ganz konkret zu helfen“, sagte Hildegard Stieler vom Bürgerreferat. Die Forderung, die dann auch laut wurde: Es muss Ansprechpartner geben, mit deren Hilfe sich die Unterstützerkreise nicht nur kennenlernen, sondern auch regelmäßig austauschen können. Stieler versprach „einen Aufruf, eine Internetseite, eine Plattform zur Verknüpfung“. Eine zentrale Koordinierungsstelle für alle niederschwelligen Angebote gibt es derzeit nämlich nicht.

Postive Resonanz

Haasper und die Beteiligten von Seiten der Stadt freuten sich über die durchweg positive Resonanz. Die Premiere sei „sehr gelungen“. Gegen Ende der Veranstaltung saßen die vielen Helfer in Gruppen zusammen, nutzten die Möglichkeit zum Dialog.

Einer von ihnen ist Engin Olguner. Für den Rahmer war der Runde Tisch wie ein „Wachrüttler“, ein klares Zeichen für ihn, „loszulegen“. Gemeinsam mit anderen ehrenamtlich Tätigen ist eines seiner Ziele: Er will die „Kommunikation effizient gestalten“. Heißt: Dolmetscher können und sollen die arabisch-sprechenden Flüchtlinge begleiten und betreuen, etwa bei Behördengängen. Gerade bei der Überwindung der Sprachbarriere sei „schnelle und direkte Hilfe“ gefragt. Wolfgang Gebhard, Vorsitzender des Bürgervereins Wedau/Bissingheim, kümmert sich mit ei­nem Team bereits um die Menschen, die an der Masurenallee untergebracht sind. Wichtig war für ihn an diesem Abend eine Antwort auf die Frage, welche rechtlichen Grundlagen man eigentlich hat während der Betreuung. Auch er regt ein Netzwerk an, das Errichten einer Plattform.

Aktuelle Liste wird ausgearbeitet

Eine aktuelle Liste mit den Ansprechpartnern und Hilfsangeboten wird - wie geplant - nach dem 1. Runden Tisch Asyl im Bezirksamt ausgearbeitet. Schon jetzt ist klar: Ein zweiter Runder Tisch wird stattfinden. Ein genauer Termin steht noch nicht fest.

Volker Haasper bezeichnete die derzeitige (Lebens-)Situation der Flüchtlinge im Duisburger Süden als „relativ gut“, die etwas über 300 Personen seien gut betreut. Doch das sei der Ist-Zustand und mit Blick auf die steigenden Flüchtlingszahlen reiche das wahrscheinlich nicht aus. Sozialamtsleiterin Andrea Bestgen-Schneebeck zeichnete gesamtstädtisch ein anderes Bild. Seit anderthalb Jahren sei die Stadt im Krisenmodus, „wir arbeiten von der Hand in den Mund, müssen vermehrt auf Notmaßnahmen zurückgreifen“. Mit 5000 Flüchtlingen rechnet die Stadt bis zum Ende des Jahres.

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