Rechtzeitig darüber reden

D.  urch die Fallpauschalen sind die Krankenhausaufenthalte deutlich kürzer geworden, ein Hospital ist eben auch ein Wirtschaftsunternehmen. Gerade alte Leute, die nach einer OP zügig entlassen werden, sind oft noch nicht – oder nicht mehr – fit genug, um zu Hause allein klarzukommen. Der Sozialdienst versucht zu helfen, doch der Großteil bleibt den Angehörigen überlassen. Die Vermittlung von Adressen und Hilfsmitteln reicht nicht. Die Kinder oder Partner sind emotional stark belastet und müssen mit einer Flut von Informationen zurechtkommen.

In manchen Fällen ist allerdings die Anspruchshaltung der Angehörigen und Betroffenen unrealistisch und von der Gesellschaft nicht zu finanzieren. Mitunter ist es notwendig, die eigene (Wohn-)situation zu überdenken. Natürlich fällt es schwer, sein vertrautes Heim zu verlassen. Aber irgendwann sind steile Treppen ein unüberwindbares Hindernis. Sozialarbeiter Michael Stasius rät, rechtzeitig vorzusorgen. Damit meint er nicht nur eine Zusatzversicherung, sondern vor allem ein offenes Gespräch darüber, was geschehen soll, wenn wirklich ein Pflegefall eintritt. Und das Wichtigste: Beziehungspflege zur Familienangehörigen und Freunden. „Ohne Beziehungen sind Sie arm dran“, so Stasius.

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