Pfahl-Netzwerk soll Glauben bezeugen

Die Grüne Truppe der evangelische Gemeinde Trinitatis in Buchholz zeigt ein paar der bereits gestalteten Pfähle.
Die Grüne Truppe der evangelische Gemeinde Trinitatis in Buchholz zeigt ein paar der bereits gestalteten Pfähle.
Foto: WAZ FotoPool

Buchholz.  Seit 50 Jahren gibt es die evangelische Jesus-Christus-Kirche an der Arlberger Straße. Zum Auftakt des Festjahres, das mit dem Eröffnungsgottesdienst am kommenden Sonntag, 9. März, um 10 Uhr beginnt, gibt die Gemeinde jetzt 2,50 Meter lange Holzpfähle aus. Interessierte können sie individuell gestalten und bei sich oder an der Kirche einrammen (lassen). Das so entstehende „Pfahl-Netzwerk“ soll die Ausstrahlung der Kirche und der von ihr verbreiteten Botschaft symbolisieren.

300 solcher Holzpfähle hat ein Sponsor der Gemeinde zur Verfügung gestellt. Die Konfirmanden der Gemeinde haben sich schon damit beschäftigt. Auf dem Parkplatz vor der Kirche ist einer von ihnen mit einem Solarzellendach aufgestellt, liefert fortan Strom für das Anleuchten der Kirche. Die Grüne Truppe der Gemeinde, die sich sonst um Hausmeisterdienste kümmert, setzt die Aktion jetzt um. Sie hat eine Empore in der Kirche damit gestaltet. Für die Außenwirkung aber sollen die Gläubigen sorgen.

Diskussionen in den Familien

„Es gibt in den Familien regelrechte Diskussionen“, weiß Pfarrer Dietrich Köhler-Miggel, „wo der Pfahl aufgestellt werden soll: im Vorgarten oder hinter dem Haus.“ „Mach’ ich ihn sichtbar, zeige ich Zugehörigkeit zur christlichen Gemeinschaft auf ganz persönliche Weise“, sagt er. Auch die katholische Gemeinde hat übrigens schon einen Pfahl geordert.

Der Pfarrer zieht einen Bogen zur Entstehungsgeschichte der Gemeinde. „Buchholz war vor dem Zweiten Weltkrieg rein katholisch“, sagt er. Dann zogen Heimatvertriebene aus Ostdeutschland zu. Das heutige Gemeindehaus neben der Kirche, jahrelang Notkirche, platzte aus allen Nähten. 1962 wurde der Grundstein für die neue Kirche gelegt. „Die Evangelischen in Buchholz haben sich aus dem Liegen, nach dem verlorenen Krieg und der verlorenen Heimat, aufgerichtet und eine große Kirche für 7000 Mitglieder gebaut“, sagt er. Jahrzehnte später, kam die erste Ernüchterung: Das zweite Standbein der Gemeinde, die „Arche“ am Altenbrucher Damm, wurde abgebrochen. „Wir müssen auch heute noch abbauen, Stellen und Gebäude.“ Wenn Köhler-Miggel selbst in einigen Jahren in Pension geht, wird seine Pfarrstelle wohl entfallen. Es gibt nur noch 3000 Evangelische im Stadtteil.

Aber letztlich gehe es ja nicht um Personal und Gebäude, sondern um die Verbreitung der Frohen Botschaft, so der Pfarrer. „Unser 42 Meter hoher Turm steht dafür, dass Jesus Christus der Herr der Welt ist und keine andere Macht.“ Viele Ableger dieses Turms in Gärten und Vorgärten sollen im Frühjahr von der Gültigkeit dieser Botschaft zeugen.

 
 

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