Patricia Vohwinkel als Stargast beim Autorenplausch

Patricia Vohwinkel schreibt neben Krimis auch bitterböse Kurzgeschichten.
Patricia Vohwinkel schreibt neben Krimis auch bitterböse Kurzgeschichten.
Foto: Funke Foto Services
Elchtod-Autorin Patricia Vohwinkel las und plauderte beim Buchholzer Autorenplausch. Für den humorvollen Abschluss sorgte Michael Schönberg.

Buchholz..  Einen prominenten Gast konnten Raniero Spahn und Werner Zapp beim 6. Buchholzer Autorenplausch am Donnerstagabend in der Bezirksbibliothek begrüßen: Mit der Duisburgerin Patricia Vohwinkel war eine Krimi-Autorin zu Gast, die sich mit ihrer erfolgreichen „Elchtod“-Trilogie bereits einen Namen bei den Freunden dieses Genres gemacht hat.

Böse und dunkle Kurzgeschichten gehören ebenfalls zum Repertoire der 50-Jährigen, die 1998 mit dem Schreiben begonnen hat. Heute arbeitet Vohwinkel, wenn sie nicht gerade schreibt, als Privatlehrerin für Deutsch, Englisch und Latein. Dass ihr in Düsseldorf absolviertes Germanistik-Studium für ihre schriftstellerische Entwicklung hilfreich war, bestreitet der schreibende Heavy-Metal-Fan energisch: „Wegen eines Germanistik-Studiums wird man mit Sicherheit kein Schriftsteller, die ständigen Analysen töten die Fantasie.“

Die erste Tantieme: 2,34 Euro

Auch wenn Patricia Vohwinkel mittlerweile gut im Geschäft ist – sie bereist mit rund hundert Lese-Auftritten im Jahr die Republik – besitzt ihr erster Tantiemen-Auszahlungsbescheid „von 2,34 Euro“, hübsch eingerahmt, einen Ehrenplatz in ihrem Wohnzimmer. Dass es auch heute noch schwierig sei, mit dem Schreiben Geld zu verdienen, machte die Duisburger Krimi-Autorin deutlich. In den großen Buch-Filialen gehe nur die „Stapelware“, kleinere Autoren hätten es hingegen sehr schwer, sich dort wiederzufinden.

Neben den „Elchtod“-Krimis, bei denen jeweils der singende Pathologe Jakob „Elchtod“ DeVries, Kommissar Martin Dominik und seine Schwester Sina in düstere Kriminalfälle verwickelt sind, schreibt die Duisburger Autorin mit Vorliebe auch bitterböse Kurzgeschichten. Dass Patricia Vohwinkel nicht nur eine klasse Schriftstellerin ist, sondern auch die Kunst des Vortragens perfekt beherrscht, bewies sie, als sie eine dieser Geschichten – „Agnes Dei“ aus dem Kurzgeschichtenband „Blutnacht“ – vorlas. Darin schildert ein offensichtlich sadistisch und von Grund auf bösartig veranlagtes weibliches Wesen (Vohwinkel schmunzelnd: „Ich bin das aber nicht“) ihre Freude, Opfer, die ihrem Beuteschema entsprechen, bis aufs Blut zu quälen und auf perfide Art in den Wahnsinn zu treiben.

Für den mehr literarisch-fröhlichen Teil der Veranstaltung sorgte zum Abschluss Michael Schönberg, bei dem humorvolle Kurzgeschichten im Vordergrund stehen. Auch wenn die Literatur-Veranstaltung in der Bibliothek wie immer „für umsonst“ war, durfte „freiwillig“ der durch die Besucherreihen gehende Chapeau Claque gefüllt werden. Der vergnügliche Lese-Plausch war es aber auch wert.

 

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