Ölmühle wird im Sommer abgerissen

Nur noch diese Ruine ist von der mittelalterlichen Ölmühle übrig geblieben.
Nur noch diese Ruine ist von der mittelalterlichen Ölmühle übrig geblieben.
Foto: WAZ FotoPool

Süd..  Sie steht nur wenige Meter hinter der Duisburger Stadtgrenze, gehört seit 1975 zu Düsseldorf, hat aber historischen Bezug zu Huckingen. Jetzt soll sie abgerissen werden. Nur der unterirdische Teil steht als Bodendenkmal unter Schutz. Weil die Anger wegen der Verbreiterung der Autobahn und des Baus einer neuen Angerbrücke verlegt werden muss, sollen ihre überirdischen Reste nach dem Bauzeitenplan des Landesbetriebs Straßen NRW im Spätsommer verschwinden, heißt es auf Nachfrage bei der Behörde in Essen.

Zuletzt 1776/77 groß ausgebaut

Zunächst benötigt der Landesbetrieb die Fläche als Stellfläche für schwere Baumaschinen. Und so sind die umgebenden Gehölze auch schon geschlagen. Aufgestapelt warten sie auf ihren Abtransport. Das Gebäude selbst ist eingezäunt. Auf seiner Rückseite ist der Durchlass des Mühlradantriebs noch sichtbar.

Das heutige baufällige Gebäude stellt nur einen kleinen Teil jener Mühlenanlage dar, die zuletzt 1776/77 groß erneuert worden war. 9,90 Meter mal 5,60 Meter groß war das damals errichtete Mühlengebäude. Davon sind heute noch Fundamente vorhanden. 1892 war die Anlage noch voll erhalten, wie Karten belegen. Aber auf einem Foto von 1933 fehlt der Mühle bereits das Mühlrad.

Teichreste stehen unter Schutz

Auf Dauer soll nur die unterirdischen Übrigbleibsel erhalten bleiben. Das sind im Kern die Fundamente. Für eine Übergangszeit sollen die Mauern des Gebäudes etwa 30 Zentimeter hoch stehen bleiben. Außerdem stehen die Reste der früheren Mühlenteiche in der Nähe des völlig verfallenen Gebäudes unter Schutz.

Was es mit der Ölmühle auf sich hatte, darüber soll später eine Tafel informieren. Da die benachbarte Sandmühle um das Jahr 1000 herum den Betrieb aufnahm, wird vermutet, dass die Ölmühle ähnlich alt ist. Beide gehörten zum Rittergut Groß Winkelhausen, das im Mittelalter eine stattliche Wasserburg war. Seit 2007 ist die Ölmühle Bundeseigentum – wegen des Ausbaus zur Autobahn.

Rätsel gibt Beobachtern indes auf, dass es im Inneren des Gebäudes keinen Abstieg ins Untergeschoss gibt. Ehrenamtliche Helfer des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege in Bonn haben das Anwesen erforscht und ihm im Untergrund Denkmalwert attestiert. „Wir haben die Ölmühle nach Weisung der Bezirksregierung Düsseldorf damals in die Liste der Bodendenkmäler eingetragen“, sagt Dr. Jörg Heimeshoff, Chef der Unteren Landschaftsbehörde in Düsseldorf. Das sei für Bundeseigentum gesetzlich so geregelt.

 
 

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