Noch viele Fragen bei ETuS und Kleingärtnern

Nur 75 von 270 Kleingärtnern an der Masurenallee (Bild) sollen überhaupt an einem Umzug ihrer Anlage interessiert sein. die anderen müssten ihre Parzellen bis 2020 aufgeben.
Nur 75 von 270 Kleingärtnern an der Masurenallee (Bild) sollen überhaupt an einem Umzug ihrer Anlage interessiert sein. die anderen müssten ihre Parzellen bis 2020 aufgeben.
Foto: NRZ
Nur 75 von 270 Kleingärtnern wollen einen Ersatz für ihre künftig entfallenden Parzellen

Wedau.  215 der 270 Kleingärtner von der Anlage der Bahnlandwirtschaft an der Masurenallee sollen nach Süden, in Richtung, Gleisbaubetrieb, verlagert werden. Aber nur 75 Kleingärtner sind definitiv daran interessiert. So ist jedenfalls der Kenntnisstand von Botho Hagedorn, dem Vorsitzenden der dortigen Kleingärtner. Dieses Ergebnis der im Februar durchgeführten Befragung durch die Bahnflächen-Entwicklungs-Gesellschaft (BEG) hat ihn überrascht. Einzelheiten der Ergebnisse kennt er aber nicht. „Viele Mitglieder sind wohl noch unentschieden“, vermutet er.

Wohl hat Hagedorn sich denken können, dass längst nicht alle seine Gartenfreunde den Umzug mitmachen werden. „Wer so um die 70 Jahre alt ist, für den ist der Aufwand einfach zu hoch“, gibt er zu bedenken. Am Donnerstag, 12. Mai, werden die Pläne für das große Bahn-Areal zwischen Wedau und Bissingheim der Bezirksvertretung vorgestellt. Bis zu 3000 neue Wohnungen sollen dort entstehen (wir berichteten).

Während Stadtverwaltung und BEG in der vergangenen Woche ankündigten, dass im Sommer schon mit dem Abbau der Gleisanlagen begonnen wird, herrscht bei den Kleingärtnern und beim Eisenbahner-Turn- und Sportverein (ETuS) in wichtigen Dingen weiterhin Unklarheit.

Die Kleingärtner etwa wollen wissen, auf welche Bodenverhältnisse sie sich in ihrem neuen Domizil einlassen. Hagedorn: „Wir sollen ja ausgerechnet da hin, wo früher die Dampfloks abgestellt und abgeschmiert wurden.“ Da könne er, Hagedorn, sich nicht vorstellen, dass es dort mit ein paar Zentimetern Bodenaustausch getan sei. „Wir hätten außerdem gern schriftlich, dass un­ser Vereinsheim dort so wieder aufgebaut wird, wie wir es heute haben“, sagt der Vorsitzende. Dies aus eigener Kraft noch einmal zu leisten, sei ihnen nicht möglich.

ETuS möchte kaufen

Etwas anders liegen die Probleme beim ETuS. Günter Koch, der langjährige frühere Vorsitzende, und Siegfried Daheim sind die beiden Umzugsbeauftragten des 900 Mitglieder starken Sportvereins. Sie reisen in dieser Woche nach Berlin, zum Dachverband der Eisenbahner-Sportvereine, erhoffen sich von dort Unterstützung. 32 000 Qua­dratmeter groß ist das heutige ETuS-Gelände. Beim ETuS rechnet man damit, mit 28 000 bis 30 000 Qua­dratmetern zufrieden sein zu müssen. Koch: „Das hängt ganz davon ab, wie viele Parzellen die Kleingärtner benötigen.“ Im übrigen würde der ETuS das dortige Gelände gern vom Bundeseisenbahnvermögen erwerben. Das könne und wolle der Verein stemmen. Der Neuaufbau seiner Sportanlage dagegen gehe zu Lasten des künftigen Investors.

Und genau darin liegt für Günter Koch das Problem: „Man sucht ja einen Investor, der erst einmal zahlen muss - die Kosten für Lärmschutz, Altlastenbeseitigung und die Verlagerung der beiden Vereine - und stillhalten.“ Ihn aber gebe es ja noch nicht. Allein die Kosten für Abbruch und Neuaufbau der ETuS-Anlage beziffert er auf einen siebenstelligen Betrag.

Vom eigenen Dachverband erhoffen sich die ETuS-Verantwortlichen finanzielle Unterstützung, zumindest entsprechende Tipps, wie man zum Beispiel an Fördermittel beim Grunderwerb für die neue Sportanlage kommt.

Während die Kleingärtner schon 2018 umsiedeln sollen, hat man beim ETuS etwas mehr Zeit. „Unser Pachtvertrag läuft noch bis 2020“, sagt Günter Koch. „Das ist unser Faustpfand.“

 
 

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