Mit dem Lastenrad durch die Stadt

Foto: Michael Dahlke

Neudorf..  Wenn Arthur van Bommel mit seinem Drahtesel unterwegs ist, erregt er einiges Aufsehen. Er kutschiert seine Kinder oder auch die Einkäufe mit einem Lastenrad durch die Gegend. Und weil er so oft auf das in den Niederlanden typische Vehikel angesprochen wurde, entwickelte er daraus eine Geschäftsidee: Der Niederländer, der eigentlich im Rhein-Ruhr-Bad arbeitet, eröffnete ein Fachgeschäft für „Hollandfietsen“. Auf der Oststraße kann man die Klassiker, mit und ohne Lastenoption, kaufen.

„In Amsterdam sind die sogenannten Bakfietsen sehr populär. Sie haben Tradition, früher sind auch Handwerker und Bäcker mit den Rädern durch die Stadt gekurvt“, erklärt Arthur van Bommel. Auf der Ladefläche transportieren sie Werkzeug oder Backwaren. „Als ich nach einer Übersetzung für Bakfiets gesucht habe, bin ich auf Kutschkasten gekommen“, beschreibt er, wie er auf den Namen seines kleinen Geschäfts kam. Seine Familie stammt ursprünglich aus Nijmegen, wurde in Duisburg bekannt mit einem Kiosk und einer Pommesbude. „Die Deutschen haben ein positives Bild von uns Holländern“, weiß van Bommel, der auch am Deutsch-Niederländischen Stammtisch teilnimmt. Die Körbe hat er deshalb mit weiteren niederländischen Produkten dekoriert, darunter der klassische Frühstückskuchen, Kaffee oder Streusel.

Zwar gebe es einige Fahrradläden in Duisburg, aber das Angebot an typischen „Hollandfietsen“ halte sich in Grenzen, hat er sich informiert. Die Drahtesel kommen direkt aus dem Nachbarland. Bei den Lastenrädern müssen sich Interessierte zunächst entscheiden, ob sie lieber auf zwei oder drei Rädern unterwegs sein wollen. „Das mit zwei Rädern ist ein bisschen länger und wendiger, das andere stabiler“, erklärt van Bommel den größten Unterschied. Preislich liegen die Modelle im vierstelligen Bereich, vergleichbar mit der Anschaffung eines Gebrauchtwagens. Bei der einen Variante sind die Kästen aus Holz. Es gibt Exemplare, in denen eine Bank für die kleinen Passagiere ausgeklappt werden kann und solche, in denen sich ein ausgewachsener Hund transportieren lässt. Belastbar sind die Boxen im Schnitt bis 100 Kilo. „Dafür fahren sie sich relativ leicht“, wirbt der Experte – und lädt seine Kunden auch schon mal zu einer Probefahrt über die Oststraße ein. Tatsächlich lässt sich relativ locker in die Pedale treten, nur den größeren Wendekreis sollten Radler beachten. Normalerweise passen die Vehikel übrigens problemlos auf einen durchschnittlich breiten Radweg, „aber der Sternbuschweg ist jetzt kein gutes Beispiel, da parken die Autos immer so eng“, weiß van Bommel. „Duisburg ist schon eine Stadt für Fahrradfahrer, aber das ist natürlich kein Vergleich zu den Niederlanden.“ Dort finde man in der Stadt und an beliebten Treffpunkten für Familien kaum einen Parkplatz für die Räder.

 
 

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