Martin Zingsheim begeistert sein Publikum

Martin Zingsheim zeigte sein frisches und spritziges Programm bei der Klinikkultur.
Martin Zingsheim zeigte sein frisches und spritziges Programm bei der Klinikkultur.
Foto: BGU
Der 31-jährige Kölner war mit seinem Programm „Gottes Werk und Martins Beitrag“ auf der Bühne der BGU zu Gast

Buchholz..  Bühne frei für Martin Zingsheim: Mit seinem frechen und spritzigen Programm „Gottes Werk und Martins Beitrag“ überzeugte der Kölner Kabarettist sein Publikum bei einer weiteren Episode der Klinikkultur am Dienstagabend in der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik (BGU) vom Start weg.

Elternzeit für den Heiligen Geist

Seit 2011 ist der 31-Jährige, der sich selbst als „Hobbyatheist“ bezeichnet, mit Soloauftritten auf Deutschlands Kleinkunstbühnen unterwegs. Zingsheim glänzt nicht nur mit seinen intelligenten und frischen Texten, auch am Klavier zeigt der Musik-Kabarettist immer wieder sein Talent. Die Kirche mit all ihren Facetten wird dabei von Zingsheim ganz speziell satirisch beleuchtet. Dabei räumt er mit Rückblick auf die vergangenen Jahrhunderte verschmitzt ein, dass „nicht die ganze“ Kirchengeschichte auf „Mord und Totschlag“ basiert, sondern, wie er nach einer kleinen Denkpause nachschiebt, „auch auf Folter und Erpressung“.

Klar, dass kurz vor dem Fest auch die Weihnachtsgeschichte von Zingsheim thematisiert wurde. Dabei ist er der Meinung, dass, auch wenn die Umstände um Jesus’ Geburt nicht ganz geklärt scheinen, bei uns der „Heilige Geist schon längst Elternteilzeit“ genommen hätte. Außer Zweifel steht hingegen für den Kölner, dass der „historische Jesus“ sozialer als alle heutigen sozialen Netzwerke zusammen gesehen war.

Eichendorff in Rom und Amsterdam

Josef von Eichendorffs Weihnachtsgedicht („Ein Druckerzeugnis aus Adelskreisen, plagiatsverdächtig“) interpretierte er auf seine Art. „Markt und Straßen stehen verlassen“ deuten seiner Meinung nach auf die Entvölkerung ostdeutscher Kleinstädte nach dem Mauerfall hin, „Sinnend geh ich durch die Gassen“ erinnert an Franz Beckenbauers Szene im Stadion von Rom zum Gewinn der Weltmeisterschaft 1990 und „In den Fenstern haben Frauen…“ zeigten doch klar an, dass der Verfasser der Zeilen sich in Amsterdam vergnügt habe.

Weihnachtlich war auch Zingsheims Finale, bei dem der wortgewandte Musik-Kabarettist bewies, dass er auch ein hervorragender Stimmenimitator ist. Gelungen war sein abschließendes Weihnachtsgeschichten-Musical, bei der Marcel Reich-Ranicki urkomisch „Regie führte“ („ein ganz ordentlicher Text“) und die wechselweise von Herbert Grönemeyer, Hermann van Veen, Gerd Rubenbauer, Bushido und Klaus Kinski vorgetragen wurde. Ein Finale, das von den begeisterten Besuchern in der Mehrzweckhalle der BGU entsprechend bejubelt wurde.

 
 

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