Kneipe Gleis drei hat sich zur Kulturlocation gewandelt

Der ehemalige Bahnhof wurde zwischen 2009 und 2010 kernsaniert.
Der ehemalige Bahnhof wurde zwischen 2009 und 2010 kernsaniert.
Foto: Lars Heidrich
Im Gleis drei spielen Bands von Blues bis Metal auf. Künftig soll es auch eine Bühne für Nachwuchs geben – nicht unbedingt nur aus der Musik.

Großenbaum. Direkt unter dem alten Logo von einst geht es dorthin, wo alle die, die gerne Musik hören und noch viel lieber machen, wohl aufgehoben sind: In einen Raum, der genügend Platz bietet, dass Rock-, Pop-, Jazz-, Blues-, Metalfans und all’ die anderen kleine, feine Konzerte ihrer Lieblingsbands erleben dürfen. Bitte einsteigen, Ihr nächster musikalischer Halt ist Gleis drei! Genug der Bahnmetaphorik, obwohl sie sich doch gerade beim alten Bahnhofsgebäude in Großenbaum, direkt neben dem Gleis, so anbietet. Es geht um Musik, Konzerte, eine Bühne im Gleis drei.

Seit sechs Jahren ist Walent Kristic Geschäftsführer an der Angermunder Straße. Schon 2010 starteten er und sein Team mit vielen neuen Ideen, die das Gleis drei weg bringen sollten vom Image einer Kneipe hin zu einem Treffpunkt für Jedermann. Heute steht die Drei im Gleis auch für die Bezeichnungen, die die Gastronomie am alten Bahnhof ausmachen: Sie ist Sportsbar, Event-Location und Restaurant. Eigentlich aber fehlt noch etwas Weiteres, ganz Entscheidendes: Das Gleis drei ist auch so etwas wie ein kleiner Familienbetrieb. Man kann ihn ruhig so nennen. Kristics Frau arbeitet hier, auch die beiden Töchter. Die 24-jährige Yasmin etwa gehört, so sagt sie selbst gerne, längst zum festen Inventar dort, wo die Züge abfahren. Insgesamt knapp 20 Kräfte sorgen für die Gäste.

Bis zu 100 Menschen können pro Abend zu Publikum werden

Zurück zur Musik und weiterer Kunst, die Bühne braucht. „Das Gleis drei bietet für jeden etwas, für Jung und Alt, jeder kann kommen. Dafür sind wir bekannt“, sagt Kristic heute. Damals, als es von 2009 bis 2010 noch um die große Kernsanierung ging, wurde aus zwei Räumen, die vom eigentlichen Geschehen abgetrennt waren, einer. Der Veranstaltungsraum. Besser noch: Multifunktionsraum, so heißt er wirklich. Schon in der Vergangenheit kamen Bands und Musiker aus dem nahen und etwas weiteren Umfeld, um im Gleis drei zu spielen. Gerne auch mal 100 Menschen können hier pro Konzertabend zu Publikum werden. Und in Zukunft, in Zukunft, da will Walent Kristic sein Gleis drei bereitstellen für ganz junge Bands, die unerfahrenen. Will sagen: Musikalische Nachwuchsförderung findet jetzt auch in Großenbaum statt. „Es gibt viele junge Bands, die meistens leider nur im Probenraum sind. Wo hat man heutzutage denn noch die Möglichkeit, auf einer Bühne zu stehen?“, sagt Kristic. Noch ist alles erst am Anfang, doch die grobe Richtung, sie steht. „Unser Ziel ist, dass jeder hier auftreten darf, der möchte“, erzählt Kristic weiter. Mehr Bühne für alle Künstler. Da kann auch mal – ab von den Bands, die ihr Dasein sonst im Proberaum fristen müssen – Comedy dabei sein, oder Magie, zum Beispiel.

Dabei geht es aber ja nicht nur um die Nachwuchsförderung. Von den neuen Ideen am und im Gleis drei können schließlich beide Seiten profitieren – die Bands, die endlich eine Bühne haben, und das Gleis drei, das durch die mitgereisten Fans wieder ein Stückchen voller wird. Wie oft es die Abende mit Förderung geben soll, das ist noch nicht ganz klar. Walent Kristic kann sich sogar vorstellen, jedes Wochenende Raum und Bühne bereitzustellen. Ab von dem normalen Betrieb. Unter dem alten Logo von einst.

Am kommenden Samstag, 5. März, geht es schon weiter mit der Musik und der Bühne. Ras­cal’s Corner bieten ab 20.30 Uhr (Einlass ist ab 19.30 Uhr) Folk und Pop aus Moers.

Der Eintritt kostet fünf Euro.

Bands, die eine Bühne suchen und gerne im Gleis drei spielen wollen, finden weitere Informationen im Internet auf der Seite www.gleisdrei.de. News gibt’s auch auf Facebook oder unter dem hashtag #gleisdreigehtimmer

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