Kaum Flüchtlinge auf dem Basar

Neudorf..  Die Flüchtlingshilfe hatte Asylbewerber zum Weihnachtsbasar in Neudorf-West eingeladen. Eine gute Idee, um die Flüchtlinge am Leben im Stadtteil teilhaben zu lassen und das Netzwerk fester zu knüpfen. Doch um 16 Uhr, zwei Stunden nach Beginn des Basares, war im „Pavillon der Begegnung“ kein Flüchtling zu sehen.

„Die Teilnahme am Weihnachtsmarkt war für uns sehr spontan. Deshalb konnten wir es vielen Flüchtlingen auch nicht beim letzten Nachbarschaftstreff mitteilen“, sagt der Koordinator der Flüchtlingshilfe Kai Toss. „Einige der Flüchtlinge sind momentan beim Adventsbasar in der Kleiderkammer“, ergänzt Stephan Koch, ebenfalls Koordinator der ortsansässigen Flüchtlingshilfe.

Überhaupt ging es beim ersten Weihnachtsmarkt in Neudorf-West ruhig zu, jedenfalls am Nachmittag. Vor dem Evangelischen Gemeindehaus auf der Gustav-Adolf-Straße trafen sich Gemeindemitglieder und Nachbarn, um mit Basteleien, Kalendern oder Grünkohl Spenden für die Sanierung der Christuskirche zu sammeln und sich auszutauschen.

Frauen bastelten das ganze Jahr

Zu Beginn seien einige Flüchtlinge, die auf der Memelstraße untergebracht sind, auf dem Basar vor dem Gemeindehaus gewesen, sagt Toss.. „Durch solche Begegnungen schafft man Netzwerke. Man fühlt sich freundschaftlich verbunden“, so der Helfer.

Die Gemeinde unterstützt die Asylbewerber aktiv. Toss: „Gerade das gemeinsame Frühstück jeden ersten Samstag im Monat unterstützt das Miteinander. Auch mithilfe des Vereins Kultursprung.“ Bis zu 200 Flüchtlinge, Nachbarn und Unterstützer treffen sich regelmäßig Anfang des Monats im Gemeindehaus.

Pfarrer Martin Nadolny lobt die e Zusammenarbeit der Neudorfer: „In den letzten Monaten sind die Kontakte untereinander, speziell auch zur Flüchtlingshilfe sehr gut gewesen. Wir haben hervorragende Leute hier im Stadtteil“, freut sich der Pfarrer, der einen Weihnachtsmarkt auch im nächsten Jahr auf die Beine stellen möchte.

An diesem nimmt dann auch wieder Inge Oberpichler teil, die mit einem Bastelkreis Taschen, Kerzenständer und Nusssäckchen hergestellt hat und den Erlös der Sachen auch in die Sanierung steckt. „Wir waren jede Woche zwischen acht und zehn Frauen, die mit den Dingen, die wir Zuhause überhatten, gebastelt haben“, sagt die 67-Jährige. „Es macht Spaß und hilft gleichzeitig“, so Inge Oberpichler. „Jetzt ist erstmal Bastelstopp, aber im Januar geht’s wieder weiter.“

 
 

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