Jamnight wie in den guten alten Zeiten

Jam Night im Jugendzentrum Arlkeller in Duisburg-Buchholz, am Freitag den 20.04.2012. Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool
Jam Night im Jugendzentrum Arlkeller in Duisburg-Buchholz, am Freitag den 20.04.2012. Foto: Lars Fröhlich / WAZ FotoPool
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Buchholz. Es ist noch leer im Untergeschoss des evangelischen Jugendzentrums der Kirchengemeinde Trinitatis. Nur vereinzelt eilen junge Künstler durch die frisch renovierten Gänge des Arlbergers. Die Vorbereitung laufen auf Hochtouren: Wechselgeld für die Theke wird besorgt und der Sound überprüft. In einem mit Graffiti besprühten Raum haben bereits ein paar Musiker begonnen auf einer provisorischen Bühne zu jammen. Kimberley Theis, eine Mitorganisatorin der 2009 gegründeten Jamnight, erklärt: „Jammen bedeutet, dass jeder, der Lust hat, auf die Bühne gehen und die Instrumente ausprobieren kann. Einer beginnt mit einem Rhythmus und alle anderen steigen mit ein.“ To jam kommt aus dem Englischen und bedeutet so viel wie „improvisiertes Zusammenspielen.“

Die Idee der Veranstaltung stammt von Gerwin Ruske und seinen Freunden. Sie luden zwei Bands ein, erstellten einfache Flyer und baten Schulen ihre Instrumente zu verleihen. Die Gesamtschule Süd stellt diese bis heute kostenlos zur Verfügung.

Elke Jäger, die Leiterin des Arlbergers, erwähnt: „Unsere Jamnight ist eine ehrenamtliche Veranstaltung, bei der weder wir noch die Bands die Absicht haben Geld zu verdienen. Unser Ziel ist es lediglich talentierte, junge Menschen für Musik zu begeistern.“ Kurz vor halb neun füllt sich der bunt beleuchtete Raum und der Lautstärkepegel steigt. An den Stehtischen mit Knabbereien bilden sich Grüppchen und die begehrten Sitzplätze an der Theke sind schnell von den jüngeren Gästen besetzt. Alkoholfreie Getränke und Bier sind im Ausschank. Vor dem Auftritt der ersten Band „Not Known Subjects“ werden aktuelle Hits gespielt. Die erst vor kurzen gegründete Gruppe besteht aus fünf Mitgliedern, die Progressive- und Postrock spielt. Drummer Moritz: „Wir haben unseren sehr eigenen Musikstil mit einem großen Anteil instrumentaler Songs. Die Jamnight ist eine gute Chance für einen großen Auftritt.“

Von Lied zu Lied wird auch das Publikum lockerer und bei steigendem Tempo und eingehendem Rhythmus wippt schließlich jeder mit. Trotz des ohrenbetäubenden Lärms der kreischenden Gitarren und des hämmernden Basses kommt die gefühlvolle Stimme der Frontsängerin zur Geltung.

Alle Bandmitglieder scheinen völlig in ihrer Performance versunken: Haare werden geschleudert und die fünf Künstler wiegen sich im Takt. Nach einer Stunde geht es mit „Changeahead“ weiter. Wie ihre Vorgänger benötigt auch sie weder Noten noch sonstige Hilfsmittel. Anschließend folgen noch zwei Duette der Solokünstler Mark French und Marcel Heise sowie Sarah Kuwalik.

Bereits zum tzweiten Male ist „Diving In“ dabei, bei dem 2007 gegründeten Quartett steht die Freude am Spielen im Vordergrund.

 
 

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