Inka ter Haar präsentiert Kunst im Duisburger „Hafenkult“-Atelier

Foto: WAZ FotoPool
Inka ter Haar wollte das Atelier im „Hafenkult“-Atelier Ernst nehmen. Und so passte sie die Gestaltung ihrer Gemälde der Umgebung an und fügte ihre Bilder in die Umgebung ein. Die minimalistische Ausstellung der gebürtigen Duisburgerin wird noch bis November zu sehen sein.

Duisburg-Neuenkamp.. Durchschläge sind laut Wikipedia beim Schreiben mit Hand oder Schreibmaschine entstehende Kopien (siehe Durchschlagpapier). In der Kunst Inka ter Haars spielen Durchschläge ebenfalls eine Rolle. Die Malerin hat ihre neue Ausstellung im Duisburger „Hafenkult“ so genannt und baut ihre neue Werkphase auf diesem Titel auf. Ab dem 12. September sind ihre Werke im Atelier Am Parallelhafen zu sehen.

Einer der Blickfänge des Ausstellungsraumes ist das großformatige Bild gleich neben dem Eingang. Es zeigt Formen, teils klar umrissen, teils verschwommen und im Nebel der Farben fast verschwunden. „Da war ursprünglich eine anderes Bild drunter. Ich habe es dann grau übermalt, einige Formen sind dann verschwunden, andere sind durchgeschlagen. Öl zum Beispiel verschwindet nicht“, sagt ter Haar. Das großformatige Gemälde bildet jedoch die Ausnahme der Ausstellung: fast provozierend klein hängt direkt gegenüber eine Zeichnung mit dem Titel „Beckenrand“. Es ist ein schlichtes Schwarz-Weiß-Bild, etwa 30 mal 30 Zentimeter groß und hängt einsam an einer mit weißer Raufaser tapezierter Wand.

Schreibmaschinen-Kunst

Eigentlich liebt ter Haar die großen Bilder. In ihrer Heimatstadt entdeckt die gebürtige Duisburgerin nun allerdings den Minimalismus für sich. Da sind etwa Grafiken von Schreibmaschinentexten. Der Inhalt der Schriften ist unwichtig. Auffallend ist die unterschiedliche Stärke der angeschlagenen Buchstaben. Ter Haar hat eine alte Schreibmaschine benutzt, bei der einzelne Teile schon verbogen und abgenutzt waren. „Dadurch entwickelt sich etwas Einmaliges. Das ist nicht zu wiederholen“, erklärt sie.

Ganz in diesem Zeichen steht auch die Installation in einer anderen Ecke: ein alter Kassettenrekorder spielt die Anschlaggeräusche einer automatischen Schreibmaschine ab, die wegen der miesen Sound-Qualität wie Mündungsfeuer durch das Atelier hallen. Besucher können das Gerät nur anstellen oder zurückspulen, abstellen lässt es sich nicht.

Den Raum nicht verändern

Die Gegebenheiten des Umfeldes hat die Wahl-Wuppertalerin für sich genutzt: „Ich wollte den Raum nicht verändern, sondern ihn nehmen, wie er ist. Ich nehme diesen Raum ernst“, versichert sie. Das zeigt sich zum Beispiel daran, dass sie zwei Gemälde in einem kleinen Rahmen an der Wand platziert hat, der einst Platz für einen Heizkörper geboten hatte.

In ihrem Ausstellungs-Konzept hat ter Haar geschrieben: „Es hat mich dazu gedrängt, diese Arbeiten hier zu zeigen. Dieser Ort ist alt und ich stelle mir vor, wie Menschen in diesen Räumen saßen und möglicherweise drangen Tippgeräusche durch die Türen.“

 
 

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