In Huckingen findet sich Historisches auf Schritt und Tritt

Rund 30 Geschichtsinteressierte schlossen sich Heimatforscher Dietmar Ahlemann (links) beim Rundgang durch den Stadtteil an.
Rund 30 Geschichtsinteressierte schlossen sich Heimatforscher Dietmar Ahlemann (links) beim Rundgang durch den Stadtteil an.
Foto: Funke Foto Services
Erkenntnisse des Stadtteilrundgangs: Warum ein Hugo für Huckingen wichtig ist und wie der Steinhof in den 1970er Jahren fast abgerissen worden wäre.

Huckingen.. Ein wenig frisch war es schon, als sich am Sonntagmittag rund 30 Geschichtsinteressierte vor der denkmalgeschützten Huckinger St.-Peter-und-Paul-Kirche einfanden, um sich mit Heimatforscher Dietmar Ahlemann auf eine mehr als zweistündige historische Wanderung durch den Stadtteil zu begeben. Dietmar Ahlemann, selbst erst vor einem guten Jahrzehnt nach Huckingen zugezogen, freut sich über die große Resonanz: „Toll, mit so vielen Teilnehmern hatte ich nicht gerechnet.“

Den Treffpunkt bei St. Peter und Paul nahm der Hobby-Historiker direkt zum Anlass, um nicht nur Wissenswertes über die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts neu errichtete Kirche zu berichten – zuvor stand an gleicher Stelle eine Kapelle aus dem 16. Jahrhundert – sondern auch die Entstehungsgeschichte Huckingens zu erläutern. „Die Leute, die – im frühen Mittelalter – zu Hugo gehörten“ waren wohl für die heutige Namensgebung verantwortlich. Ältere Funde deuten bereits auf eine Besiedlung zur Frankenzeit um 400 nach Christus hin.

Historisch bedeutend ist der Stadtteil im Duisburger Süden auch, weil die Siedlung später unmittelbar an den mittelalterlichen Handelswegen Hellweg und Mauspfad lag. Zudem lag Huckingen direkt am Weg zwischen den Königshöfen in Düsseldorf und Duisburg. Kein Wunder, dass auf Huckinger Gebiet frühzeitliche und mittelalterliche Geschichte allgegenwärtig ist. Das wurde bereits kurz nach dem Start der informativen Ortsbegehung deutlich, als es auf der Raiffeisenstraße in kurzen Intervallen am Kreifeltshof, am Halmeskreuz und am Halmeshof zu Erläuterungsstopps kam.

Hochhaussiedlung sollte den Steinhof ersetzen

Natürlich durfte auf dem Weg durch das historische Huckingen auch der Steinhof mit dem Steinturm, dem ältesten Gebäude auf Duisburger Gebiet, nicht fehlen. Ahlemann erinnerte daran, dass der Steinhof in den 1970er Jahren durch das Engagement von Huckinger Bürgern vor der städtischen Abrissbirne bewahrt wurde, als man dort eine Hochhaussiedlung für 20 000 Menschen plante. Dietmar Ahlemann ließ bei dem Rundgang auch den Butendorfer Hof (heute steht dort der Edeka-Markt), den Böckumer Leitgraben („für die damalige Zeit ein wasserbautechnisches Meisterwerk“), den Standort der Eisenzeitlichen Siedlung und die Sandmühle nicht unerwähnt.

Auf dem Weg in Richtung Haus Böckum – vorbei an blühenden Rapsfeldern – konnte sich der Geschichts-Experte des Huckinger Bürgervereins die Bemerkung „Schauen Sie sich die Fläche noch einmal gut an“ nicht verkneifen. Gemeint war damit die im Stadtentwicklungsplan Duisburg 2027 beabsichtigte und von vielen Bürgern kritisch gesehene Bebauung der Freifläche mit Einfamilienhäusern.

Wolf-Dieter Kampmann und seine Ehefrau Margarete waren sehr angetan von der informativen und lehrreichen Wanderung: „Einfach hervorragend, wie Ahlemann das macht. Das war alles sehr locker und kurzweilig, man spürt, dass er mit viel Herzblut dabei ist.“

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