Huckinger Pfarrer in den Wartestand versetzt

Ist zur Zeit ohne amtierenden Pfarrer: das evangelische Gemeindehaus in Huckingen.
Ist zur Zeit ohne amtierenden Pfarrer: das evangelische Gemeindehaus in Huckingen.
Lothar Schenk war fast 25 Jahre in der Auferstehungsgemeinde. Großes Schweigen über die Gründe

Huckingen..  Fast 25 Jahre lang war Lothar Schenk evangelischer Pfarrer für Huckingen, zuletzt auch für Hüttenheim. Das Landeskirchenamt in Düsseldorf hat ihn Anfang Januar beurlaubt und zum 1. Februar in den sogenannten Wartestand versetzt, auf eigenen Wunsch hin, wie es heißt. Bis Ende April, so ist zu erfahren, muss der Pfarrer das Pfarrhaus an der Wartburgstraße räumen. Mit verringerten Bezügen ist er in eine Art vorgezogenen Ruhestand versetzt worden.

Ein ungewöhnlicher Abgang für einen Pfarrer. Schenk selbst ist telefonisch nicht zu erreichen. Auf dem Anrufbeantworter verweist er in dienstlichen Angelegenheiten auf seinen Ungelsheimer Kollegen, Pfarrer Rainer Kaspers. Der hüllt sich aber, wie alle anderen Beteiligten auch, also Superintendent Armin Schneider und das Landeskirchenamt selbst, über die Gründe dafür in Schweigen.

Rätselraten überdie Gründe

„Verständlicherweise hat es emotionale Reaktionen in der Gemeinde gegeben“, räumt Pfarrer Kaspers ein. „Da sind viele Beziehungen gewachsen. Abschied tut immer weh, vor allem, wenn man ja die Gründe nicht genau kennt.“ Und so soll das Frauen-Fenster der Gemeinde aus Protest geschlossen haben. Außerdem soll es einen Rücktritt aus dem Presbyterium geben.

Hinter vorgehaltener Hand äußern sich aber doch einige Gemeindeangehörige, was vorgefallen sein muss, damit das Landeskirchenamt eingeschritten ist. „Es ist wohl eine Intrige gewesen“, vermutet eine langjährige frühere ehrenamtliche Helferin im Kleiderladen der Gemeinde. Sie verweist auf eine gewisse Rivalität zwischen den beiden Gemeindestandorten Huckingen und Ungelsheim. „Alle dort sind erschüttert. Aber niemand weiß Genaues“, sagt sie. Pfarrer Schenk sei sehr engagiert gewesen, wenn er auch vor einiger Zeit länger krank war.

Von jahrelangen internen Reibereien ist da die Rede. „In Huckingen war er sehr beliebt und anerkannt“, sagt ein Mann. Aber es habe auch Kräfte gegen ihn gegeben. Sein „eher künstlerisch-unstrukturierter Arbeitsstil“ habe Angriffsflächen geboten. Da sei es un­ter Druck zu einem Arrangement zwischen der Kirche und ihm gekommen. So ganz freiwillig habe er dem nicht zugestimmt.

„Die Details würden dem Pfarrer schaden“, sagt ein Mitglied des Presbyteriums. Jetzt gelte es, seinen Fortzug mit Würde und Anstand über die Bühne zu bringen. Das sei für Schenk selbst das Beste. „Wir wollen neu anfangen und nach vorne blicken.“ Denn die Landeskirche habe ja entschieden. Sie sei sein Dienstherr. Und das gelte auch für die Klärung der Frage, ob und in welchem Umfang es einen offiziellen Abschied für den Pfarrer geben wird.

Für Lothar Schenk wird es wohl keine neuen dienstlichen Aufgaben geben. Er ist 62 Jahre alt, wäre in wenigen Jahren ohnehin pensioniert worden. 1991 hatte er in Huckingen die Nachfolge von Siegfried Biddermann angetreten.

EURE FAVORITEN