Hochbegabte Kinder erforschen die Natur

Volker Poley
Ferienprogramm in der Naturwerkstatt: Kleine Forscher entdeckten Türsteher bei den Bienen und Babys bei den Molchen

Wedau.  Ella, Josefine, Caroline, Jannik, Christian, Arda und Timur waren pünktlich am Naturwerkstatt-Bauwagen in der Nähe des Wambachsees. Die sieben Kids waren mehr als gespannt, was ihnen Martin Scholz, Leiter der 2002 gegründeten Duisburger Naturwerkstatt, wohl an diesem Tag alles zeigen und erklären wird.

Mit großer Vorsicht geht es auf die Jagd nach Molchen

Die Schüler im Alter von sieben bis 14 Jahren nahmen am Ferienprogramm des vor einem Jahr in Duisburg gegründeten Kompetenzzentrums für Begabtenförderung teil. Die Expedition ins Grüne am Ufer des Sees war eine Kooperation zwischen Naturwerkstatt und Kompetenzzentrum.

„Wir wollen heute forschen, was interessiert euch denn besonders?“, fragte der Experte zu Beginn des Natur-Ausflugs in die Runde. Arda meldete sich daraufhin prompt zu Wort: „Ich möchte mal einen Molch sehen“. Das war kein Problem. Die kleinen Forscher gruppierten sich mit Keschern ausgerüstet kurzerhand um den kleinen Teich, der sich auf dem Gelände der Naturwerkstatt befindet. Mit der gebotenen Vorsicht ging es dann mit scharfem Blick auf Molch-Suche. Ein Erfolg ließ nicht lange auf sich warten. Ella und Josefine hatten gleich bei ihrem ersten Fang-Versuchen Glück.

Nur zur Paarung ins kühle Nass

Zu weiteren Forschungszwecken bekamen die so gefangenen Amphibien dann in einem gläsernen Wasserbecken ein neues Zuhause – wenn auch nur für kurze Zeit. „Da ist ein Baby, da hat sich gerade ein kleines Wesen bewegt“, rief Timur (7) aufgeregt. Martin Scholz erklärte, dass die Molche nur zur Paarung das kühle Nass aufsuchen und sonst – versteckt unter Altholz – an Land leben.

Genauso spannend ging die Natur-Expedition weiter. Nächster Stop war das Bienenhaus am Forsthaus Wambachsee. Dort konnte man einem Bienenvolk bei der Arbeit zusehen. Die Schülergruppe erfuhr, dass Bienen, anders als die berühmte TV-Biene Maja, eher dunkelbraun sind und dass Türsteher den Eingang bewachen, damit fremde Bienen nicht für Unruhe im Stock sorgen. Martin Scholz erklärte, dass es bei den Bienen eine klare Arbeitsteilung gibt: „Es gibt die Sammler, die für die Beschaffung des Nektars verantwortlich sind, und die Honigmacher, die ausschließlich für die Produktion zuständig sind“.

Nähere Infiormationen über die Begabtenförderung gibt es im Internet. Das Programm mit Angeboten für das zweite Schulhalbjahr erscheint dort in Kürze: duisburg.de/begabtenförderung