Hinter den Kulissen der Laienspieler

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Buchholz..  Sie haben es gemeinsam ausgesucht, haben gemeinsam die Kulisse für ihr diesjähriges Stück erstellt. Sie haben es seit Ende September geprobt. Und seit Ende Februar hat die Buchholzer Bühne, die Laienspielgruppe der Evangelischen Kirchengemeinde, das Stück „Kennen Sie Herrn ,Large Mother’?“ von Wolfgang Bräutigam in Anspielung an die TV-Show „Big Brother“ gleich fünfmal aufgeführt. Jedesmal vor rund 150 Zuschauern im Gemeindesaal an der Arlberger Straße.

Anderthalb Stunden bevor sich der Vorhang hebt, kommt die Truppe im zur Garderobe umfunktionierten Jugendheim zusammen. Zehn Darsteller sind es diesmal: fünf Frauen und fünf Männer. Dort sind schon Spiegel und Schminktöpfchen aufgestellt, denn um die zehn Laien-Schauspieler machen sich etliche Helfer nützlich, so Hanna Volk beim Schminken.

Anspannung vor dem Auftritt

„Proben ist Pflicht, Spielen ist Kür“, erzählt Peter Volk (54), der einen Kriegsveteranen mimt, für den er auf alt getrimmt wird. „Ich lerne meine Rolle im Auto“, erzählt der Polizeibeamte.

„Und ich wollte nach zweieinhalb Monaten aufgeben, hab’ den Text einfach nicht in meine Birne gekriegt“, gesteht Angelika Behmer (55), von Beruf OP-Assistentin. „Es ging erst, als ab Januar die Bühne stand.“ Behmer ist das erste Mal dabei, die anderen haben meist schon Bühnenerfahrung. Behmer spielt eine Kommunalpolitikerin, deren „Chef“, der Bezirksbürgermeister, gespielt von Senior Uwe Fischer (64), sein Haus für „Large Mother“ bereit stellt.

Verena Linden (32) spielt eine liebeslustige Medizinstudentin. „Die Rollen werden durch das Alter vorgegeben“, sagt sie. Aber da fällt ihr Hanna Volk ins Wort: „Und durch den Charakter der Darsteller.“ Angelika Behmer fühlt sich angesprochen und kontert: „Das heißt aber nicht, dass ich privat auch zickig bin.“ Peter Volk ergänzt: „Das ist es ja, was Spaß macht, dass man sich mit dem Text auch gegenseitig aufziehen kann.“ Was Verena Linden nur bestätigen kann: „Das Kaputtlachen während der Proben gehört irgendwie dazu. Bis kurz vor Schluss, dann wird es ernst.“ Pfarrer Björn Hensel (54) ist übrigens zum vierten Mal dabei, diesmal als Küster.

Nachdem sich alle in Schale geworfen haben, wird es ruhig in der Garderobe. Die meisten Darsteller vertiefen sich noch einmal in ihren Text. Langsam kommt Lampenfieber auf. „Aber wenn man auf der Bühne ist, ist es plötzlich weg“, sagt Angelika Behmer. Und wenn am Ende der Applaus kommt: „Das macht richtig süchtig“, gesteht Verena Linden.

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