Heller denn je

Feierliche Wiederinbetriebnahme der Jesus-Christus-Kirche in Duisburg-Buchholz. Die Kirche hat ein neues Lichtkonzept bekommen. Foto: Anja Bäcker / WAZ FotoPool
Feierliche Wiederinbetriebnahme der Jesus-Christus-Kirche in Duisburg-Buchholz. Die Kirche hat ein neues Lichtkonzept bekommen. Foto: Anja Bäcker / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool

Buchholz. Vielleicht war es ein besonderer Wink des Himmels an diesem Sonntagmorgen. Die Sonne lachte durch die neuen, großen Dachfenster der umgebauten und sanierten Jesus-Christus-Kirche der evangelischen Trinitatis-Gemeinde an der Arlberger Straße. Und auch die beiden Gemeindepastoren Dietrich Köhler-Miggel und Ute Sawatzki hatten allen Grund zur Freude: Bei der feierlichen Wiedereröffnung ihrer fast runderneuerten Kirche, gebaut und eröffnet 1964, waren alle rund 600 Stühle besetzt. Nicht nur Buchholzer Gemeindemitglieder, sondern auch „Schäfchen“ aus dem ganzen Duisburger Süden hatten Platz genommen.

„Sehet an die Werke Gottes, der so wunderbar ist in seinem Tun an den Menschen“, begrüßte ein sichtlich gut gelaunter Pastor seine Gemeinde mit dem Spruch der Woche. „Sie sind heute hier bei der Indienstnahme unserer Kirche. Wir nehmen sie nicht wieder in Betrieb wie ein Fabrikhalle. Wir weihen sie auch nicht erneut, wie bei einem besonderen Anlass. Sondern wir nehmen unsere Kirche wieder in Dienst, indem wir einen Familiengottesdienst feiern.“

In rund sieben Monaten Bauzeit, von Mai bis Dezember 2010, haben Architekt, Handwerker und rund 40 Ehrenamtliche ganze Arbeit geleistet. Vor allem das Dach, das in die Jahre gekommen war, wurde komplett neu eingedeckt, mit wuchtigen Bohlen, flachen Brettern und Paneelen, die jetzt rötlich von der Decke des geräumigen Kirchenraumes leuchten.

Dabei wurde auch gleich das Oberlicht stark erweitert. Durch die langgestreckten, rechtwinkligen Dachfenster strömt jetzt mehr Licht als jemals zuvor. Der vormals recht dunkle Innenraum des Gotteshauses wirkt jetzt heller. Bei der Gelegenheit wurde auch an die dringend notwendige Wärmeisolierung gedacht, das Dach komplett energetisch saniert.

Da sich Gemeinde und Presbyterium nicht nur eine reine Sprechkirche, sondern auch eine Gesangskirche wünschten, wurde der Innenraum akustisch vermessen und neue Lautsprecher angebracht. „Auch das neue Kirchendach trägt zu der verbesserten Akustik bei“, erklärte der Kölner Architekt Konstantin Pichler. „Die neue Decke bildet einen besseren Resonanzboden für Orgel, Gesang und Posaunenchor. Sie ermöglicht den Tönen mehr Schwingungen und Resonanz.“

Gleichzeitig wurde die Statik vor allem des Daches überprüft, Sicherheitstechnik, Brandschutz und Elektrik auf den neuesten Stand gebracht. Buchholzer Maler und Lackierer setzen auch neue farbliche Akzente. Und Ritzen und Fugen wurden von gesundheitsschädlichem PCB befreit. Die Kosten von insgesamt 800 000 Euro wurden zum großen Teil aus Spenden finanziert. Den Baufortschritt konnten sich die Besucher in aller Ruhe nach dem Gottesdienst in einem Videofilm im Kirchencafe anschauen.

Wenn sie Finanzierung steht, soll später der zweite Bauabschnitt folgen: Dann wird der große Kirchraum durch flexible Schiebewände mit Holzverkleidung von drei Gruppenräumen für je 20 Personen abgetrennt, die bei Bedarf dem großen Raum zugeschlagen werden können.

Nachdem die Gemeinde volltönend mehrere Kirchenlieder intoniert hatte, bat der Pfarrer alle Beteiligten aufs Podest zum Gruppenbild. Architekt, Handwerker, Statiker und Ehrenamtliche nahmen dort den donnernden Applaus der Gemeinde entgegen. Dazu läuteten die Glocken hell vom Glockenturm. Der sieht aus wie der Turm einer Feuerwache…

 
 

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