Haus Böckum, Duisburgs einzige erhaltene Wasserburg

„Haus Böckum“ in Huckingen. Foto : Jürgen Metzendorf
„Haus Böckum“ in Huckingen. Foto : Jürgen Metzendorf
Foto: WAZ Jürgen Metzendorf

Duisburg-Huckingen.. Der trutzige Vierkantturm mit der geschweiften Schieferhaube ist schon vom Weitem zu sehen. Er gehört zu einer viereckigen Burganlage aus unverputzten Backsteinen, die einst eine Vorburg darstellte. Auch ehemalige Wassergräben sind noch auszumachen. Das „Haus Böckum“ - zwischen dem Alten Angerbach und der A 59 gelegen - ist nämlich die einzige noch erhaltene Wasserburg auf Duisburger Stadtgebiet.

Das Gebäudeensemble am Böckumer Burgweg steht seit 1991 unter Denkmalschutz - samt seinem „signifikanten Baumbestand“ (so steht es in der Denkmalliste). Die Hauptburg existiert zwar schon lange nicht mehr, der Hügel, auf dem sie stand, ist aber noch erkennbar. In der Vorburg entdeckt man eine bogige, mit Ornamenten geschmückte Toreinfahrt aus dem 17. Jahrhundert. Die Denkmalschützer haben dort Spuren einer ehemaligen Zugbrücke entdeckt. Außerhalb der Burganlage befindet sich eine große Scheune, die ebenfalls unter Denkmalschutz steht. Sie wurde 1838 erbaut und immer landwirtschaftlich genutzt.

Die Wasserburg selbst wurde wohl im 12. Jahrhundert errichtet, Überlieferungen zufolge aber 1405 während einer Fehde wieder zerstört. Man nimmt an, dass das heute zu sehende Ensemble kurz nach 1661 errichtet wurde. Ein Feuer Anfang des 18. Jahhunderts richtete auch in „Haus Böckum“ Schäden an. Der Mittelteil der heutigen Vorburg könnte also nach dem Brand entstanden sein.

Der Name „Haus Böckum“ geht Heimatforschern zufolge auf den früher bis an das Burggelände reichenden Buchenwald zurück. Doch wer bewohnte die Burg am Rande der Angerniederung? „Vermutlich hat bis 1400 das Geschlecht Hucking hier gelebt. Ab 1440 ist der Besitz mit Hermann von Buer zu Böckum belegt“, heißt es in einer Abhandlung über „Huckinger Denkmale“. Den Aufzeichnungen zufolge heiratete 1636 ein Johann Buer die Erbtochter Maria von Scheidt, gen. Weschpfennig zu Heltorf, er verstarb aber kurz darauf. Seine Witwe ehelichte später den Freiherrn Friedrich Christian von Spee, mit dem sie nach Heltorf zog. Marias Sohn, Johann Friedrich Buer, wird Herr zu Böckum.

Nach 1767 erwarb Baron von Hallberg die Wasserburg, ab 1801 war die Familie Brügelmann im Besitz des „Haus Böckum“, 1856 erwarben es die Grafen von Spee. In den letzten Jahren wurden Burg und Stallungen für die Geflügelzucht genutzt. Als das Verwalterehepaar zuletzt in den Ruhestand ging, stellte man den Verkauf landwirtschaftlicher Produkte ein. Anfang 2012 wurde „Haus Böckum“ dem Vernehmen nach verkauft.

 
 

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