Grundwasser am Remberger See hat sich verändert

Der Remberger See präsentiert sich idyllisch, Anwohner monieren aber unzulässig schlechte Werte des Wassers.
Der Remberger See präsentiert sich idyllisch, Anwohner monieren aber unzulässig schlechte Werte des Wassers.
Foto: FUNKE Foto Services
Untersuchungen zeigen Abweichungen im Bereich der einstigen Deponie am Remberger See. Die Stadt betrachtet die Ergebnisse allerdings als unbedenklich.

Huckingen.. Auch die offiziellen Auswertungen der Brunnen am Remberger See ergeben für die Stadt als Untere Wasserbehörde keinen Anlass zur Besorgnis. Das ist das Ergebnis einer Anfrage der Wählergruppe Junges Duisburg zu den privat festgestellten Schadstoffgehalten im dort gewonnenen Trinkwasser. Danach genügt es auch weiterhin, nur alle drei Jahre Grundwasseruntersuchungen dort durchzuführen.

Allerdings gibt es offenbar schon Veränderungen in der Zusammensetzung des Grundwassers und bei der Verbreitung bestimmter Substanzen. Denn der zentrale Satz in der Antwort der Verwaltung lautet, dass die Untersuchungen „noch eine lokale, auf den Verfüllbereich und den unmittelbaren Abstrom beschränkte Mobilisierung von organischen Materialien sowie der Salze Bor, Sulfat, Kalium und Natrium“ ergeben habe. Ferner sei im unmittelbaren Bereich der Deponie eine Umwandlung von Nitrat in Ammonium zu beobachten, heißt es.

Das Grundwasser wird alle drei Jahre untersucht

2012 hatte die Stadt den dreijährigen Untersuchungsrhythmus eingeführt. Bis dahin wurde das Grundwasser dort jedes halbe Jahr untersucht. Ohne dass es in der Antwort klar mitgeteilt wird, müsste die letzte Untersuchung demnach von 2015 stammen.

Wie berichtet, haben private Brunnenwasserproben im selben Jahr unzulässig hohe Werte für Ammonium und Cyanid ergeben. Die Stadtverwaltung wiederholt aber in ihrer Antwort ihre schon früher geäußerten Zweifel daran, dass die privaten Proben fachgerechnet entnommen wurden. Zwar seien sie von einem anerkannten Institut untersucht worden. Aber sie seien dem Institut lediglich übergeben worden. Damit stehe nicht fest, ob sie auch fachgerechnet entnommen wurden. Nur dann könnten sie aber aussagekräftig sein. Im Übrigen sei der Betrieb dieses Trinkwasserbrunnens der Stadt gar nicht angezeigt worden, obwohl das vorgeschrieben sei. Lediglich ein anderer Trinkwasserbrunnen sei dort bis dahin amtlich bekannt gewesen, heißt es.

Die Deponie ist seit 1995 in der Nachsorgephase

Junges Duisburg hat nun um genauere Informationen über die Brunnen gebeten. Die Gräflich von Spee’sche Zentralverwaltung, so teilt die Stadt mit, habe dort eine genehmigte Deponie für unbelasteten Boden, Beton- und Mauerwerksabbruch sowie für Granulat aus Schachtofenschlacke betrieben. Seit 1995 befinde sich diese ehemalige Deponie in der so genannten Nachsorgephase. Dazu hätten anfangs halbjährliche Untersuchungen des Grundwassers gehört. Insgesamt sieben Trinkwasserbrunnen würden deshalb im Umfeld der ehemaligen Deponie betrieben, zwei im bereich des zufließenden Grundwassers, nämlich in der Nähe der A 59, drei im eigentlichen Deponiebereich südlich des Golfplatz-Clubheims, und zwei weitere im Bereich des abfließenden Grundwassers nahe der Stadtbahn.

Von einer weiteren ehemaligen Deponie in Höhe Kardener beziehungsweise Cochemer Straße und Auffälligkeiten dort weiß die Verwaltung nichts. Junges Duisburg hat mit der entsprechenden Frage Hinweise aufgegriffen, wonach die Stadt selbst dort jahrelang Grünabfälle abgelegt haben soll. „Die Stadt hat im Rahmen der Neugestaltung der Grünanlage Remberger See den Untergrund untersuchen und bewerten lassen. Dort verfüllte mineralische Stoffe sind unbelastet“, heißt es in der Antwort.

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