Grundschüler lernen Erste Hilfe

Erste Hilfe-Kurs in der vierten Klasse der Hermann-Grothe-Grundschule in Bissingheim: Emily bekommt ein Schmetterlingspflaster von Kinder- und Notärztin Dr. med. Kerstin Just (r.).
Erste Hilfe-Kurs in der vierten Klasse der Hermann-Grothe-Grundschule in Bissingheim: Emily bekommt ein Schmetterlingspflaster von Kinder- und Notärztin Dr. med. Kerstin Just (r.).
Foto: WAZ FotoPool

Bissingheim.  Dass Kinderärztin Dr. Karin Just und Assistenzarzt Andre El Cheikh mit ihnen über Erste Hilfe sprechen wollen, kommt den Viertklässlern der Bissingheimer Grundschule gerade recht. „Heute morgen ist ein Kind hingefallen, das hat ganz doll geblutet“, berichten sie den Medizinern aufgeregt.

Eine Einweisung in die Grundbegriffe der ersten Hilfe ist nicht neu an der Grundschule Hermann-Grothe-Straße. „Bisher haben das Eltern übernommen, die in medizinischen Berufen tätig sind“, berichtet Lehrerin Martha Wolff-Latniak. „Jetzt kooperieren wir zum ersten Mal mit den Ärzten im städtischen Klinikum.“

Dr. Kerstin Jung ist gewissermaßen Profi in Sachen Erste Hilfe. Ehrenamtlich ist die Ärztin neben dem Klinik-Job für das Rote Kreuz tätig. Viel wissen die zumeist Zehnjährigen schon über das, was im Notfall zu tun ist. „Wen könnt ihr anrufen?“, fragt Kerstin Jung. „Die Nummer 112“, schallt es wie aus der Pistole geschossen. Wer, wo, was, wie viele – danach fragt die Feuerwehr am anderen Ende der Leitung, lernen die Kinder.

Die meisten Kinder haben ein Handy

„Auch eure Postleitzahl solltet ihr wissen“, erklärt die Ärztin. Und: „Nicht einfach auflegen. Oft sagt euch der Feuerwehrmann, was ihr tun könnt.“ Mit zwei ausrangierten Handys üben die Kinder solche Gespräche. Durchaus realitätsnah: Ein Handy hat fast jeder Steppke schon in der Tasche, wie die Fingerprobe zeigt.

„Jeder von euch kann Erste Hilfe, jeder ist ein Held“, ruft die Notärztin. Held steht für: Hilfe rufen, ermuntern/trösten, lebenswichtige Funktionen prüfen, Decke auf/unterlegen. „Rennt nicht alle gleichzeitig zu einem Verletzten, kniet euch hin, damit ihr mit ihm sprechen könnt. Wenn ihr zu zweit seid, holt nur einer Hilfe“, mahnt Assistenzarzt Andre El Cheikh.

„Das Kinder allein verunglücken, ist eigentlich relativ selten“, sagt die Erfahrung von Dr. Kerstin Jung. Meistens müssen bei kleineren Blessuren auch nicht gleich die professionellen Retter anrücken. Schnittverletzungen und Schürfwunden können die Kleinen gut selbst versorgen, wenn sie zuvor geübt haben, wie das geht. Dazu haben die Ärzte eine Handvoll Schmetterlingspflaster (für die blutende Fingerkuppe) und einen Haufen Kompressen mitgebracht. Beherzt auf die Wunde drücken, mit einer Binde befestigen, Schleife drauf – das reicht für den Anfang. „Ein Verbandkasten steht im Klassenschrank“, wissen die Kinder. Und ansonsten gibt’s ja die Lehrerinnen und den Hausmeister, die an der Bissingheimer Schule alle in Erster Hilfe geschult sind.

 
 

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