GNS-Verlagerung bleibt Ziel

Martin Kleinwächter
Umstritten: die Firma GNS in Wanheim. Foto: Alexandra Umbach/Waz-FotoPool
Umstritten: die Firma GNS in Wanheim. Foto: Alexandra Umbach/Waz-FotoPool
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Wanheim.  Bündnis 90/Die Grünen streben auch bei Fortsetzung der rot-grünen NRW-Landesregierung nach der Landtags-Neuwahl am Sonntag die Verlagerung der GNS-Niederlassung auf dem ehemaligen Rheinstahl-Wanheim-Gelände an. Den Standort greifen sie vor allem aus Verkehrs- und Sicherheitsgründen an. Das ist das Ergebnis einer Diskussion mit dem Landtagsabgeordneten Hans Christian Markert aus dem Rheinkreis Neuss. Dazu hatte Dr. Birgit Beisheim, die örtliche Landtagskandidatin der Partei, in die „Rheinlust-Terrassen“ eingeladen. Allerdings waren nur wenige Bürger ihrer Einladung gefolgt.

Energie-Riese Eon, einer der Anteilseigner an der Essener Gesellschaft für Nuklear-Service mbH, so der umweltpolitische Sprecher der grünen Landtagsfraktion, sei durchaus bereit, ernsthaft über eine Verlagerung zu verhandeln. Das habe Arbeitsminister Guntram Schneider (SPD) ausgelotet, nachdem die Verlagerung Bestandteil des rot-grünen Koalitionsvertrags geworden sei. Ganz konfliktfrei werde das nicht ablaufen. Denn die naheliegende Verlagerung an ein Atomkraftwerk (AKW) rufe natürlich die dortigen Kernkraft-Gegner auf den Plan. Außerdem werde GNS Entgegenkommen auf anderen Feldern verlangen.

Zuhörer wie Wilfried Hucks, Ehrenvorsitzender vom Heimat- und Bürgerverein, erinnerten daran, dass die GNS-Niederlassung 1986 klammheimlich auf das Rheinstahl-Gelände gezogen sei. Dort werden schwach bis mittel radioaktive Abfälle aus Kernkraftwerken, aber auch von industriellen und medizinischen Nutzungen, für die Endlagerung in Fässern aufbereitet. Endlager ist Schacht Konrad bei Salzgitter in Niedersachsen.

Markert musste einräumen, dass es mit GNS vor Ort nie Probleme gegeben hat. „Abweichungen von der Genehmigungslage sind nicht bekannt“, sagte er. Gleichwohl wäre die Verlagerung ein erster Schritt, dem beschlossenen Atomausstieg auch konkrete Taten folgen zu lassen. Denkbar, so der frühere Ministerialbeamte, sei ein Kompromiss, die Abfälle aus AKW jeweils dort für die Endlagerung aufzubereiten und die Abfälle aus anderer Nutzung an einem weniger sensiblen Standort.

Am Standort Wanheim ist für die Grünen unakzeptabel, dass es sich dabei um dicht besiedeltes Gebiet handelt. Und da habe sie vor einiger Zeit ein Störfall in Gronau, bei dem ein Arbeiter verstrahlt worden sei, belehrt, dass es oftmals mit der Sicherheit im Umfeld nicht gut bestellt sei. So sei die ursprünglich vorhandene Strahlenschutz-Abteilung am Krankenhaus in Gronau seit langem aufgehoben. „Es gibt auch keine adäquaten Notfallpläne“, so der Referent. Für Markert ist die Gefahr bedeutsam, dass es zu punktuell höheren Strahlenbelastungen kommt, weil Lkw-Transporte aufgehalten werden und im Stau stehen. Dr. Birgit Beisheim befürchtet eine Verbreitung radioaktiver Strahlung im Falle eines Brandes bei GNS. Allerdings hatten sich auch die Grünen bei der Beratung der Hallen-Umbauten in der Bezirksvertretung vom damaligen Bezirksamtsleiter Helmut Bräcker abweisen lassen, derlei Details gingen sie bei der Baugenehmigung nichts an.