Gemeinde dankt Edith Gutsche für ihren Einsatz

Edith Gutsche war seit 1992 im Presbyterium der damaligen Gemeinde Wedau-Bissingheim.
Edith Gutsche war seit 1992 im Presbyterium der damaligen Gemeinde Wedau-Bissingheim.
Foto: Michael Dahlke
Nach 24 Jahren im Presbyterium muss die 75-Jährige jetzt aus dem Gremium ausscheiden. Ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten aber behält sie bei.

Wedau.  Spätestens um sieben Uhr steht Edith Gutsche auf. Die 75-Jährige ist Rentnerin und könnte eigentlich jeden Tag ausschlafen, aber das ist ihr schlichtweg zu langweilig. Deshalb hat sie einen Terminplaner, der voller nicht sein könnte. Ihr Hobby: anderen Menschen zu helfen. Fast jeden Tag ist sie im Gemeindehaus der evangelischen Gemeinde St. Trinitatis im Wedau und hilft, wo es nur geht. „Hier bin ich schon fast lieber als zu Hause. Im Gemeindesaal ist immer was los“, sagt Edith Gutsche dazu. Am Wochenende dankte ihr die evangelische Gemeinde für ihren jahrzehntelangen Einsatz im Presbyterium.

1980 kam Gutsche neu in die Gemeinde. Damals arbeitete sie als Krankenschwester und Stationsleiterin. In ihrer Freizeit war die Wedauerin meistens in der Gemeinde. „Das war schon ein bisschen stressig neben der Arbeit, aber mir hat sowohl mein Beruf als auch die ehrenamtliche Arbeit sehr viel Spaß gemacht“, sagt Gutsche.

Kleiderladen und Klön-Café

Seit sie Rentnerin ist, macht sie besonders viel in der Gemeinde. Aktuell hilft sie zum Beispiel im Kleiderladen, ist verantwortlich für das Klön-Café und besucht Senioren im Altenheim. „Ich rede gerne mit den alten Menschen. Die wissen sehr viel“, sagt Gutsche dazu. Von ihren ehrenamtlichen Tätigkeiten mag sie am liebsten den Senioren-Treff, den sie leitet: „Das war eine große Ehre, als mir die Leitung übertragen wurde.“ Mit den Senioren liest sie nachmittags, spielt Sketche vor oder macht auch mal Ausflüge in die Umgebung. Trotz ihres Alters fühlt sich die 75-Jährige noch jung und fit: „Über Alter denke ich gar nicht nach. Ich mache das hier gerne. Solange es geht, mache ich das auch weiter.“

Das freut auch Pfarrer Dirk Sawatzki, der lobende Worte für den Einsatz der ehrenamtlichen Seniorin findet: „Letztens hat jemand gesagt, dass es hier in der Gemeinde ohne Edith nicht so gut laufen würde. Das würde ich so unterschreiben.“

Skifahren als Hobby

Edith Gutsche sieht das gar nicht so: „So viel mache ich gar nicht. Ich kriege ja Hilfe von allen Seiten.“ Und obwohl sie „nicht so viel“ macht, fährt sie sonntagmorgens mit ihrem Auto durch Wedau und holt Menschen ab, die sonst keine Möglichkeit hätten, den Gottesdienst zu besuchen. Wieder in der Kirche angekommen, schnappt sie sich ihre Liedblätter und singt im Kirchenchor. Singen ist eines ihrer großen Hobbys; das andere: Skifahren. „Das macht richtig Spaß, auf den Brettern zu stehen“, schwärmt Gutsche.

Ehrennadel fürs Ehrenamt

Für ihre ehrenamtliche Arbeit bekam Edith Gutsche 2007 die Ehrennadel. „Ich war sehr überrascht darüber. Ich weiß wirklich nicht, wie die Stadt auf mich gekommen ist“, wundert sich die Wedauerin.

24 Jahre lang war Edith Gutsche im Presbyterium der Gemeinde. Wegen ihres Alters muss die 75-Jährige jetzt austreten, so sieht es das Kirchenrecht vor. „Ich bin schon traurig darüber, dass ich die Arbeit aufgeben muss. Aber jemand Neues bringt bestimmt frischen Wind ins Presbyterium“, betont Gutsche.

Der Wedauerin bleiben ja immer noch ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten, und das ist auch gut so: „Ich brauche ein bisschen Gewusel in meinem Leben, sonst ist es einfach langweilig.“

 
 

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