Fußballspiel als verbindendes Element

Sarah Schröer López
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Hüttenheim.  Die Teams könnten unterschiedlicher nicht sein. Die Sportler sind verschiedener Herkunft, haben teilweise Behinderungen und sind unterschiedlich alt. Aber eine Sache verbindet sie: die Liebe zum Fußball. Und die konnten sie beim Inklusions-Fußballturnier am Wochenende im Regionalzentrum Süd ausspielen.

„Heute können wir endlich mal den Kopf frei kriegen - von all den schrecklichen Bildern, die wir im Kopf haben“, sagt Ali Abdullahi. Der Jugendliche kommt ursprünglich aus Afghanistan und ist vor dem Krieg nach Duisburg geflüchtet. Am Samstag hat er mit anderen Flüchtlingen bei einem Fußballturnier mitgespielt. „New Citizens“ heißt ihre Mannschaft, also „Neue Bürger“, denn die jungen Männer wollen sich integrieren und dazu gehören.

„Sport ist optimal, um sich zu integrieren und um Spaß zu haben“, betont Kader Yapici, Trainerin der Flüchtlings-Mannschaft. Zehn Teams traten am Samstag gegeneinander an. Jeweils sechs Spieler versuchten sieben Minuten lang öfter das Runde ins Eckige zu befördern, als das gegnerische Team.

Immer noch nicht selbstverständlich

„So lange jemand zwei Beine hat und rennen kann, kann er doch mitspielen“, sagt Michael Stierwald, aus dem Waldorfschule-Team.

Niklas Wagemeyer ist der Torwart des Teams „Verein für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung“. Der 18-jährige hat eine Gehbehinderung. Trotzdem schmeißt er sich voller Elan Richtung Ball, sobald der aufs Tor geflogen kommt. „Es ist schön, in einem Turnier mitspielen zu können. Die Möglichkeit ist nicht selbstverständlich“, freut sich Niklas.

„Wir wollen mit dem Turnier ein Zeichen für mehr Verständnis in der Gesellschaft setzen“, betont Cevdet Maras, Leiter des Regionalzentrums. Die Idee wird von „Aktion Mensch“ finanziell unterstützt.

Am Ende bekommt jeder Teilnehmer eine Medaille, egal welchen Platz sein Team gemacht hat. Für Ali Abdullahi und seine Freunde war es ein schöner Tag. Er war kein Flüchtling, er war Fußballer.