Für Stricklieseln und Häkelfreunde

In ihrem Traumladen: Inhaberin Jennifer Pomberger (mitte) mit ihren Mitarbeiterinnen Manuela Joormann (links) und Alexandra Ossadnik.
In ihrem Traumladen: Inhaberin Jennifer Pomberger (mitte) mit ihren Mitarbeiterinnen Manuela Joormann (links) und Alexandra Ossadnik.
Foto: Michael Dahlke

Buchholz..  Jennifer Pomberger befürchtet, dass sie selbst ihr bester Kunde werden wird. „Ich stricke jeden Tag. Und das schon seit Jahren. Ich brauche ständig neue Wolle“, erzählt sie. „Ich habe schon einige Kilometer verarbeitet. Mich beruhigt das ungemein.“ Als im Laden ihres Vertrauens dann auch noch ihre Lieblingswolle aus dem Programm genommen wurde, war der Krankenschwester klar: Ein eigener Laden muss her. Am Montag geht für die 27-Jährige mit der Eröffnung vom „Fadenzauber“ auf der Münchener Straße ein Traum in Erfüllung.

Nachtschichten vor der Eröffnung

In weißen Regalen ist die bunte Wolle nach Farben und Marken sortiert. In der Mitte des Ladens gibt es eine Auswahl an verschiedenen Knöpfen und verzierte Kissen zeigen, was aus Stoffsets entstehen kann. „Am Montag wird noch das Schaufenster mit selbst gestrickter, gehäkelter und genähter Ware dekoriert“, sagt Pomberger. „Die Sachen habe ich extra noch angefertigt, damit die Kunden sehen können, welche Wolle wie wirkt und was man daraus alles machen kann.“

Für den Verkauf ausgewählt hat Jennifer Pomberger nur Marken, die sie selbst auch verwendet. Nach diesem Prinzip hat sie auch den Laden gestaltet. Es gibt eine Kinderecke und die untersten Regale sind verschlossen. „Ich weiß, wie schnell man mit einem Kinderwagen irgendwo hängen bleibt oder sich nicht in Ruhe umschauen kann, weil der Nachwuchs gerade die Regale ausräumt.“

Unterstützt wird die Duissenerin, die ab Montag zwei Jobs hat, von ihrer Familie. „Eigentlich war es sogar mein Mann, der mich dazu gebracht hat, den Laden zu eröffnen.“ Geplant war zunächst ein Online-Shop. „Dann habe ich mich doch nach einer Immobilie umgeschaut und bin durch Zufall in diesem Laden gelandet. Außen stand ein Schild, dass das Geschäft in drei Tagen schließt“, erzählt Jennifer Pomberger. Zwei Tage später gab es ein Gespräch mit dem Makler, weitere zwei Tage später war der Mietvertrag unterschrieben. Und das ist gerade einmal sechs Wochen her. „Ja, es ging jetzt alles ganz schnell“, sagt sie stolz.

In einer Nacht- und Nebel-Aktion wurden die umliegenden schwedischen Möbelhäuser abgeklappert und die Restbestände an Regalen für die Einrichtung aufgekauft. Ihre Mitarbeiterinnen hat Jennifer Pomberger über einen Aufruf bei Facebook gefunden. „Ich habe dort nach Frauen gesucht, die Handarbeit lieben und ihr Wissen in Workshops auch weitergeben können.“ Denn ab Sommer starten im „Fadenzauber“ die ersten Nähkurse. Im Herbst folgen Strick- und Häkelworkshops.

 

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